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Bundesligaübertragung TV-Rechte: Gute Chancen für Telekom

13.12.2005 ·  Die Telekom hat beste Chancen im Poker um die Fernsehrechte an der Bundesliga von der Saison 2006/2007 an. Der Bezahlsender Premiere scheint sich verspekuliert zu haben.

Von Michael Hanfeld
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Die Deutsche Telekom hat beste Chancen im Poker um die Fernsehrechte an der Bundesliga von der Saison 2006/2007 an. Wie aus Funktionärskreisen verlautet, hat sich der Bezahlsender Premiere verspekuliert und hat die Telekom eine Allianz mit den öffentlich-rechtlichen Sendern in Aussicht gestellt.

Denn sowohl die Telekom als auch der Kabelanbieter Kabel Deutschland haben dem Vernehmen nach für alle Rechte geboten - im sogenanten freien Fernsehen, im Bezahlfernsehen und im Internet. Die Telekom will offenbar die freien Rechte an ARD und ZDF weitergeben. Somit wäre die ARD- "Sportschau" gesichert, für deren Rechte der Sendeverbund angeblich neunzig Millionen Euro ausgeben will. Das ZDF hat Interesse an den Sonntagspielen der Liga. Premiere hingegen hat allein für die Bezahlrechte dem Vernehmen nach 250 Millionen Euro geboten und in einem "Letter of Intent" kundgetan, man sei mit der "Sportschau" am jetzigen Sendeplatz nicht einverstanden.

Unter Zeitdruck wird nachverhandelt

Nun droht der Bezahlsender leer auszugehen, unter Zeitdruck wird nachverhandelt - bei der Vollversammlung der Deutschen Fußball-Liga am 21. Dezember in Frankfurt will der Verband den Deal, der insgesamt mehr als 400 Millionen Euro einbringen soll, verkünden. Es werde "eine Sensation" geben, zitiert die Zeitschrift "Kicker" einen ungenannten Funktionär.

Die "Sensation" würde bedeuten, daß die 3,4 Millionen Abonnenten von Premiere, so sie an Fußball interessiert sind, mehrfach zahlen müssen: Gebühren für ARD und ZDF, einen Obolus für die Champions League, an der Premiere bis 2009 alle Rechte besitzt und dann noch einmal Gebühren an die Deutsche Telekom oder Kabel Deutschland für die Bezahlrechte an der Bundesliga. "Dann würde nicht ein Ast abgesägt, sondern ein ganzer Baum gefällt", heißt es in Premiere-Kreisen. Denn das Fußballinteresse der Zuschauer konzentriere sich nicht nur auf die "Sportschau" der ARD, sondern sei mit den inzwischen traditionellen Übertragungen bei Premiere verbunden. Doch hat der Sender, der an der Börse notiert ist, nicht die finanziellen Möglichkeiten der Telekom. Technisch ist der Verbund zwischen Telekom oder Kabel Deutschland und ARD sowie ZDF kein Problem.

Das Geschäftsmodell, das hier mit der Bündelung von Telefon, Internet und eigenen Programmrechten im Fernsehen verfolgt wird, gibt es in Europa bislang nur in den Niederlanden. Es nennt sich "Triple Play", kommt aus den Vereinigten Staaten und bedeutet nichts anderes, als daß alles aus einer Hand kommt: die Telekom oder Kabel Deutschland gewissermaßen als oberster Programmdirektor.

Quelle: F.A.Z., 13.12.2005, Nr. 290 / Seite 40
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