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Bundesliga-Kommentar Station einer Spaltung

 ·  Schalke qualifiziert sich für die Champions League, geht shoppen - und genießt den neuen Wettbewerbsvorteil. Das können sich nur Klubs aus der Königsklasse leisten. An der Spaltung der Liga hat sich nichts geändert.

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© AFP Vergrößern Schalker Wettbewerbsvorteil: Dank der Champions League-Einnahmen läuft Kevin-Prince Boateng nun für die Königsblauen auf

Schalke 04 ist ja nicht weniger als das große Mysterium des deutschen Fußballs. Es gibt vermutlich keinen Fan, der diesen Klub erklären könnte, schon gar nicht, wenn er aus Schalke kommt. Aber was sich in dieser Woche bei diesem unergründlichen Verein zugetragen hat, ist von einer derart bestechenden Logik, dass es sogar Karl-Heinz Rummenigge verstehen dürfte. Am Dienstagabend zitterte sich Schalke gegen Saloniki in die Gruppenphase der Champions League - und gleich am nächsten Morgen ging man shoppen.

Erst gönnte man sich Dennis Aogo vom Hamburger SV in einem Ausleihgeschäft, und am Freitag sorgte Königsblau mit der Verpflichtung von Kevin-Prince Boateng vom AC Mailand für den großen Transferknaller. Das war, um in der Diktion des Vorstandsvorsitzenden des FC Bayern zu bleiben, alles andere als eine Schnapsidee. Dass Boateng am Samstag gleich mithalf, die Siegesserie von Leverkusen zu beenden, und die Schalker nun weit über das 2:0 hinaus wieder an bessere Zeiten glauben, ist ein ökonomisch-sportliches Paradebeispiel für den Umschalteffekt von Einnahmen aus der Champions League zum unschlagbaren Wettbewerbsvorteil in der Bundesliga. So etwas können sich nur Klubs aus der Königsklasse leisten - außer man hat VW, Dietmar Hopp oder irgendwann Red Bull im Rücken.

Spaltung der Liga

Rummenigge weiß das natürlich alles so gut wie kaum jemand sonst. Es ist daher kein Zufall, dass der Bayern-Chef zuletzt gleich zweimal gegen Heribert Bruchhagen vom Leder zog, nachdem der Vorsitzende der Frankfurter Eintracht gefordert hatte, die Teilnehmer der Champions League sollten etwas von ihren internationalen Einnahmen an die Liga abtreten, weil sonst nur noch diese Klubs die Meisterschaft unter sich ausmachten. „Schnapsidee“ war dazu die erste Watschn, und der bayerische Nachschlag lautete, dass Bruchhagen etwas verwechsele zwischen „Sozialismus und Solidarität“.

Man könnte allerdings auch sagen, dass Rummenigge etwas zwischen Argumentation und Polemik durcheinanderbringt. Nur zur Erinnerung: In der vergangenen Saison kassierten die Bayern in der Champions League 55 Millionen Euro, ohne Zuschauereinnahmen. Der von den Klubs gefeierte deutsche Fernsehdeal bringt der Liga in dieser Saison 560 Millionen Euro (Vorjahr 440 Millionen Euro), davon bekommen die Bayern rund 32 Millionen (Frankfurt erhält 20 Millionen). Sozialismus dürfte, selbst von Bayern aus betrachtet, anders aussehen. Es ist so offensichtlich, dass die enormen Summen, die nun schon seit Jahren den Teams in der Champions League zufließen, auf dem deutschen Markt nicht einmal annähernd zu erzielen sind. Ein Blick auf die Tabelle genügt.

Schalke hat mit seinen Investitionen, die eben nur durch die Champions League möglich sind, frisch gestärkt Anlauf auf die ersten vier Plätze genommen. Die Europa-League-Teilnehmer aus Frankfurt und Freiburg, die jede Million zweimal umdrehen müssen, spielen tatsächlich in einer anderen Liga eines Geschäfts mit absurden Summen. Es stimmt, dass die Bayern mit der gemeinsamen TV-Vermarktung in Deutschland auf viel Geld verzichten. An der Spaltung der Liga hat das gleichwohl nichts geändert. So ist der Fußball über neunzig Minuten zwar noch immer für eine Überraschung gut, die Bundesliga am Ende aber leider nicht mehr.

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02.09.2013, 10:55 Uhr

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