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Bundesliga-Kommentar Stabilitätspakt in schweren Zeiten

28.11.2008 ·  Mit dem Fernsehdeal von 2009 bis 2013 hat die Bundesliga ein respektables Gesamtergebnis erreicht. Die deutsche Beletage mutet vielleicht nicht so „sexy“ an wie die Ligen der Stars in England, Spanien und Italien. Dort aber sind die Sorgen vor dem Morgen viel größer.

Von Roland Zorn
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Die Bundesliga hat mit ihren alten und neuen Fernsehvertragspartnern einen Stabilitätspakt für die Zeit von 2009 bis 2013 abgeschlossen. Das ist nicht wenig in einer Zeit, die auf Rezession und Wirtschaftskrise deutet. Im Grunde hat die bei den Verhandlungen mit Premiere, der ARD, dem ZDF und anderen federführende Deutsche Fußball Liga (DFL) sogar ein Zeichen des Fortschritts setzen können, beliefen sich doch die Erstangebote der Interessenten an den 37 Rechtepaketen ursprünglich nur auf eine Gesamtsumme von rund 360 Millionen Euro.

Binnen einer Woche kamen dank intensiver Nachverhandlungen noch einmal etwa 50 Millionen Euro hinzu. Am Ende hat die Liga mit dem nun getätigten Vierjahresabschluss, gültig vom 1. Juli 2009 an, ein respektables Gesamtergebnis erreicht, das ihren Ruf als solide nationale Sportinstitution festigen wird.

Beim Abschluss waren keine großen Sprünge möglich

Da es mit der Wirtschaft derzeit weltweit bergab geht, der Bundesliga-Premiumzahler Premiere seinen eigenen Kampf gegen die roten Zahlen erst noch gewinnen muss, das Kartellamt der Bundesliga enge Grenzen bei der exklusiven Vermarktung seiner Fernsehrechte setzt und überall der Zwang zur Sparsamkeit die Etatplanungen durchzieht, waren bei diesem Abschluss keine großen Sprünge möglich. Mit dem Abschied des kurzfristig in die Arena zurückgekehrten Leo Kirch von seiner frischen Liaison mit der Liga war klar, dass die halbe Milliarde Euro jährlich, die der Münchner Medienunternehmer für sechs Jahre garantieren wollte, nicht mehr einzuspielen war.

Das Votum des Kartellamts für eine zeitnahe Erstausstrahlung der Ligabegegnungen am Hauptspieltag Samstag machte die Pay-TV-Exklusivhochrechnungen der DFL und ihres Wunschpartners Kirch zunichte. Den neuen Vertragszeitraum von vier Jahren wird die Liga vermutlich nutzen, ihre Position und ihre zukünftigen Rechte gegenüber dem Kartellamt juristisch zu klären.

Das Muskelspiel als Selbsttäuschung

Dass rings um die Bundesliga andere europäische Fußballspitzenklassen wie die Premier League oder die Primera División noch immer die Muskeln spielen lassen und so tun, als ob Milliardenschulden dank großzügiger Investoren locker zu schultern seien, ist deren Selbsttäuschung. Gäbe es im internationalen Vereinsfußball demnächst einen Crash inmitten weltwirtschaftlich düsterer Zeiten, käme die Bundesliga einigermaßen unbeschadet davon.

Sie gründet auf der ständig überprüften wirtschaftlichen Vernunft aller Beteiligten und mutet deshalb vielleicht nicht so „sexy“ an wie die Ligen der Stars in England, Spanien und Italien. Dort aber sind die internen Probleme und die Sorgen vor dem Morgen viel größer. Die Bundesliga wird mit ihrem neuen Fernsehdeal für die kommenden vier Jahre recht gut leben können – und danach, wer weiß, sportlich wie wirtschaftlich auf einen neuen Wachstumsschub hoffen.

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