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Bundesliga-Kommentar Neue Aussichten, vertraute Leiden

09.08.2009 ·  Ein bunter Sommerstrauß mit alten Zutaten und ein paar neuen Gesichtern: Die 47. Spielzeit der Fußball-Bundesliga hat begonnen. Der VfL Wolfsburg präsentierte sich wie ein Champion, aber es gab auch Grautöne.

Von Roland Zorn
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Na, schon Augenschmerzen? Nach nur 720 Fernsehfußball-Liveminuten am ersten Erst- und Zweitligawochenende der neuen Saison? Es waren doch genügend Hingucker dabei beim neuen Ligasplitting zum Wohle der weiter gedehnten und gestreckten TV-Vermarktung.

Was die Marathon-Show Bundesliga zum Auftakt ihrer 47. Spielzeit zu bieten hatte, war ein bunter Sommerstrauß mit alten Zutaten und ein paar neuen Gesichtern, Ansichten und Aussichten. Uli Hoeneß auf der Sinsheimer Tribüne im Streitgespräch mit einem Hoffenheimer Fan, das war eine gewöhnungsbedürftige Perspektive nicht nur für den jahrzehntelangen Bankmanager des FC Bayern. Christoph Moritz, Lewis Holtby, Lewan Kenia, Carlos Zambrano (alle Schalke 04) oder André Schürrle (Mainz 05), das waren die Jugendgesichter zum Kennenlernen bei der Ouvertüre zum großen Volksvergnügen.

Und auch einige der neuen Stars des vor vollen Häusern wiedereröffneten Profibetriebes wie Alexander Hleb, Pawel Pogrebnjak (beide VfB Stuttgart), Lucas Barrios (Borussia Dortmund), Sami Hyypiä und Eren Derdiyok (beide Bayer Leverkusen) ließen ihre Qualitäten in anderer Umgebung schon einmal aufscheinen.

Wolfsburg wie ein wahrer Champion

Für Gesprächsstoff aber sorgten in der Stammtischsportart Fußball vor allem die bekannten und vertrauten Leiden an der Gerechtigkeit dieser kleinen großen Welt. Der Hoffenheimer Kopfballtreffer von Josip Simunic, der drin war, aber vom Schiedsrichtergespann beim Anerkennen der Tore außen vor gelassen wurde, beflügelte wieder einmal die Forderung nach Einführung der Torkamera; die bewährten Wüteriche Felix Magath und Rudi Völler polterten drauflos, als es um die Fehlleistungen der Schalker Sieger oder die Fehlentscheidungen des Unparteiischengespanns in Mainz gegenüber Bayer Leverkusen ging. So mag man diese beiden Protagonisten des deutschen Vereinsfußballs – leicht aufbrausend, aber immer noch irgendwie augenzwinkernd. Profis eben, die sich wie auf Bestellung aufregen können.

Allen, die es seit dem 23. Mai vergessen hatten, rief sich der VfL Wolfsburg am Freitag gleich als Erstes wieder in beste Erinnerung. Bei aller Wertschätzung für den FC Bayern München als ständiger Titelfavorit hatte der eine oder andere glatt übersehen, dass die Niedersachsen nicht aus Versehen Meister geworden sind. Wie ein wahrer Champion trat der VfL an diesem ersten Spieltag auch auf und besiegte den lange dagegenhaltenden VfB Stuttgart letztlich deutlich.

Auch Verlierer gehören zum Tagesgeschäft

Das Wolfsburger Grün könnte also auch in der neuen Runde zur Modefarbe werden. Doch die Grautöne mischen sich ebenfalls schon wieder in die noch frisch und kunterbunt anmutende Liga-Landschaft. Eine erste Kostprobe des Bundesligafußballs aus der Billigwarenabteilung lieferte das Duell zwischen der Berliner Hertha und Hannover 96.

Wer wollte darüber lamentieren? Grau ist für viele der Alltag – auch in der Bundesliga. Man wird sich wie immer selbst daran gewöhnen, da unter 18 Mannschaften genügend Vertreter der Genügsamkeit sein werden. Verlierer gehören zum Tagesgeschäft, auch wenn niemand aus freien Stücken in dieser Abteilung gesichtet werden möchte.

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