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Bundesliga-Kommentar Gut beobachtet, gut verstärkt

 ·  Die Winter-Wechselei in der Bundesliga ist vorüber. Viele Neue haben bereits am Wochenende eingeschlagen. Es gibt kein Geheimrezept für erfolgreiche Transfers. Doch generell gilt: Je besser die Personalführung ist, desto besser ist die Transferpolitik.

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© dpa Vergrößern Kaum zu halten: Neuzugang Nikola Djurdjic (Mitte) zeigt im Fürther Trikot, was er drauf hat

So, jetzt ist endlich Schluss mit dieser Wechselei. Wenigstens die letzten 14 Spieltage müssen die Klubs zurechtkommen mit dem, was sie haben. Die Bundesliga war ganz allgemein zurückhaltend im Winterschlussverkauf. Wer kann, vermeidet Einkäufe in dieser Jahreszeit, sie sind entweder teuer oder risikobehaftet oder beides. Aber natürlich sahen sich einige Vereine gezwungen, noch einige Schwächen im Sortiment zu korrigieren - gerade die abstiegsgefährdeten. Nach diesem Wochenende kann man den Einkaufsabteilungen der Fußballklubs im Keller nur Komplimente machen.

Neuer Puls nach Blutauffrischung im Winter

Die abgeschlagenen Hoffenheimer und Fürther pulsieren nach der Blutauffrischung im Winter wieder vor Leben. Der Serbe Djurdjic machte bei seinem zweiten Einsatz die Spielvereinigung glücklich, indem er zum 2:1-Sieg „auf“ Schalke eine Torvorlage und einen Treffer beisteuerte. Mit Zimmermann und Varga standen zwei weitere Neuankömmlinge in der Startelf der Fürther. Die Hoffenheimer besiegten die Freiburger gleich mit vier Neuen - frischer Mut überwand alle Abstimmungsprobleme. Die Frankfurter Eintracht ist längst aller Abstiegssorgen ledig, aber auch sie profitierte von einer neuen Kraft: Srdjan Lakic führte sich mit den beiden Toren beim 2:0-Sieg in Hamburg ein.

Lakic gehörte zu den logischen Transfers. Die Eintracht benötigte einen Mittelstürmer, weil Occéan nicht hielt, was man sich von ihm versprach. Und die Wolfsburger wollten einen überzähligen Angreifer loswerden. Dass der Kroate etwas kann, hatte er in Kaiserslautern bewiesen, wo er die Roten Teufel erst in die Bundesliga und dann mit 16 Toren ins Mittelfeld schoss. In Wolfsburg wurde Lakic nicht glücklich, weil ihm nach einer kurzen Ladehemmung das Vertrauen entzogen wurde. Der Stürmer geriet in eine Negativspirale, aus der er auch in Hoffenheim, wohin er zwischenzeitlich ausgeliehen wurde, nicht herauskam. Die Eintracht war mit Occéan geduldiger, aber das half im Falle des Sommerneuzugangs aus Fürth auch nicht.

Erfolgreiche Transfers - es gibt kein Geheimrezept dafür. Natürlich können die Manager und Trainer durch sorgsame Beobachtung des Kandidaten das Risiko fast auf null senken, dass sie sich einen Spieler von ungenügender Qualität einhandeln. Ob der Profi dann aber auch sein Potential zeigen kann, hängt von vielen Faktoren ab, die nicht alle steuerbar sind. Wie kommt der Neue mit den Kollegen zurecht, wie mit dem neuen Umfeld, wie mit seiner zugedachten Rolle, wie mit dem Trainer? Die Kader sind mittlerweile so groß, dass es fast unmöglich ist, alle Mitglieder zu fördern.

Generell gilt jedoch: Je besser die Personalführung ist, desto besser ist auch die Transferpolitik. Trainern, denen es gelingt, fast alle Spieler in ihr Boot zu holen, produzieren kaum gescheiterte Mitarbeiter. Heynckes und Klopp - es gibt noch mehr Beispiele - verstehen es, das Vertrauensverhältnis intakt zu halten, obwohl sie Spieler enttäuschen müssen. Shaqiri, Gomez, Robben wollen nicht von den Bayern weg. Sven Bender, Schieber, Santana nicht von Dortmund. Und wenn es dann doch zu einem Wechsel kommen sollte, dann wird sich der pflegliche Umgang in der Höhe der Ablöse niederschlagen, wie sich bei Perisic zeigte. Acht Millionen Euro sind eine Menge Geld aus Wolfsburg für einen Dortmunder Ergänzungsspieler.

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04.02.2013, 13:13 Uhr

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