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Bundesliga-Kommentar Der Traum von einer Liga ohne Abstieg

Sind die Dinos noch zu retten? Der Abstiegskampf muss in Hamburg, Berlin und Kaiserslautern die Überlebensgeister wecken, wenn es nicht in Liga zwei gehen soll.

© dapd Vergrößern Zu sicher gefühlt? Der HSV mit Trainer Fink und Torwart Drobny zittert

Oh, wie schön ist Eishockey. Das sagen sich in diesen Tagen nicht nur die Fans in Berlin und Köln, deren Eisbären und Haie gerade um den Einzug ins Halbfinale der deutschen Meisterschaft kämpfen. Auch die Fußballanhänger aus Berlin, Köln, Kaiserslautern oder Hamburg, dem selbsternannten Bundesliga-Dino, wünschen sich derzeit wohl nichts mehr als ein Leben in der Eishockey-Liga, wo es längst keine Absteiger mehr gibt und damit auch keine Tränen und kein Drama.

Nach dem 27. Spieltag der Fußball-Bundesliga herrscht an den Traditionsstandorten jedoch der kollektive Ausnahmezustand. Im Abstiegskampf der großen Namen werden die Schlagzeilen ohnehin immer etwas größer - und auch die Fragen an die Führung drängender, was alles falsch läuft in Klubs, die doch an ihren WM-Standorten Bedingungen vorfinden, die oft viel besser sind als bei zahlreichen Konkurrenten. Vor allem, wenn mit dem FC Augsburg und dem SC Freiburg zwei potentielle Kandidaten für den schnellen Weg nach unten bereitstehen, die den eigenen Absturz umso schmerzlicher erscheinen lassen.

Jeder Niedergang hat seine eigene Geschichte, aber die gemeinsame Fallhöhe war vor dem Ligaendspurt selten höher als in dieser Spielzeit, in der die alten Marken zwar weiter Strahlkraft besitzen, aber ihnen in der zweiten Liga ein ungewisses Schicksal droht. Der 1. FC Kaiserslautern hat unter der Woche mit der Verpflichtung von Krassimir Balakow als neuem Trainer versucht, den Absturz des Tabellenletzten doch noch zu bremsen.

Aber nach dem 0:2 in Freiburg und sechs Punkten Rückstand ist die Hoffnung schon zwei Tage später ziemlich dahin, dass in der kommenden Saison in der Pfalz noch Erstligafußball zu haben sein wird. Und wer weiß schon, wann das wieder der Fall sein wird, angesichts eines Konkurrenzkampfes der sich an der Schwelle von erster und zweiter Klasse immer weiter verschärft.

Man hat sich zu sicher gefühlt

Die ersten zehn Teams der Tabelle sind, bis auf Mönchengladbach, nun schon seit Jahren eine Klasse für sich, die mit dem Abstieg nur noch in Ausnahmefällen etwas zu tun hat. Wie der Hamburger SV, der sich bisher immer zum Establishment zählen durfte, aber nach einer wechselvollen Saison und der Niederlage in Wolfsburg in größte Not geraten ist.

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Schlüssige sportliche Erklärungen aber (wie beim FCK, der die Spielerabgänge nicht verkraftete) gibt es in diesem ganz besonderen Fall aber nicht, nachdem dem neuen Trainer Fink schon fast die Wende in Richtung Europapokal gelungen schien. Außer: Man hat sich zu sicher gefühlt.

Diese allzu große Selbstgewissheit, die sich auch in Köln und in Berlin in den besten Saisonmomenten breitgemacht hat, ist vermutlich die größte Konstante in jenen Traditionsklubs, denen es an Führung und mitunter auch an Fachkompetenz in der Spitze mangelt.

Die Hertha hat sich zwar mit einem überraschenden 3:1 in Mainz so etwas wie die letzte Chance erhalten, aber der Aufsteiger hat aus seinen hervorragenden Rahmenbedingungen ebenso wenig gemacht wie der 1. FC Köln, der mit Podolski doch eigentlich in den internationalen Fußball strebte. Der Abstiegskampf aber, so viel ist sicher, weckt zumindest die Überlebensgeister. Dinos haben das bekanntlich besonders nötig.

Quelle: F.A.Z.

 
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