27.08.2005 · Mit „Streitobjekt“ Soldo und dem neuen Stürmerstar Tomasson scheint Trainer Trapattoni bei den Schwaben die Wende zu schaffen.
Der VfB Stuttgart hat durch eine taktisch kluge Maßnahme von Trainer Giovanni Trapattoni einen Bundesliga-Startrekord des SV Werder Bremen verhindert. Der frisch gekürte Champions-League- Teilnehmer mußte sich nach zwei Siegen mit einem 1:1 (1:0) gegen die Schwaben begnügen. Das vierte Saisontor von Ivan Klasnic (40.) reichte den Hanseaten nicht zum erhofften Erfolg.
Der Däne Jon Dahl Tomasson (50.) mit seinem ersten Bundesliga-Tor für seinen neuen Club rettete den weiterhin sieglosen Stuttgartern mit einer feinen Einzelleistung zumindest einen Punkt. „Es war wichtig, ein positives Ergebnis zu erzielen. Für uns ist das ein gewonnener Punkt, denn Werder hatte in der zweiten Halbzeit mehr Chancen, aber Torhüter Hildebrand hat das Ergebnis gehalten“, sagte Trapattoni.
Soldo wieder in der Startelf
Mit der Einwechslung des zweiten Stürmers Mario Gomez in der Pause für Thomas Hitzlsperger bewies der Italiener den richtigen Riecher. Erst danach entwickelte seine zuvor stark in die Defensive gedrängte Mannschaft Offensivgeist. Die 38.440 Zuschauer im Weserstadion sahen deshalb in der zweiten Halbzeit einen offenen Schlagabtausch mit Chancen für beide Teams fast im Minutentakt. Da die sonst so treffsicheren Bremer Klasnic und Klose diesmal ihre Chancen nicht optimal nutzten, blieb es letztlich beim Remis.
„Das ist ärgerlich“, schimpfte Bremens Tim Borowski. „Da war mehr drin. In einigen Situationen haben wir uns zu naiv angestellt“, bilanzierte Trainer Thomas Schaaf. Trapattoni hatte schon vor der Partie auf die Kritik an seiner Personalpolitik reagiert und den zuletzt von ihm ausgemusterten Kapitän Zvonimir Soldo wieder in die Startelf gestellt. „Er wird auch in Zukunft wieder dabei sein. Die Mannschaft hat gezeigt, daß sie ihn braucht“, kündigte der VfB-Coach an.
Bremer nicht auf Hochtouren
Auf der rechten Seite verteidigte Martin Stranzl für Nationalspieler Andreas Hinkel. Die Änderungen zahlten sich aus. Die Schwaben standen zunächst sicher in der Abwehr, nach vorne fehlte allerdings lange Zeit jeglicher Druck. Auch Werder-Trainer Thomas Schaaf mußte seine Mannschaft im Vergleich zum Basel-Spiel umstellen. Neben Spielmacher Johan Micoud (Innenband-Dehnung) hatte kurzfristig auch Innenverteidiger Petri Pasanen (Verdacht auf Gehirnerschütterung) abgesagt.
Er wurde vom dänischen Zugang Leon Andreasen, der erstmals von Beginn an spielte, allerdings ordentlich vertreten. Die Bremer benötigten eine Anlaufzeit von 20 Minuten, ehe ihr Motor ansprang. Auf Hochtouren kam die Mannschaft aber nicht. Dazu war der Kräfteverschleiß aus der Champions-League-Qualifikation zu groß. Als Aktivposten überzeugte vor allem Nationalspieler Patrick Owomoyela, beim VfB gefiel besonders Tomasson.