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Boxen : Keine Revanche für Sturm gegen de la Hoya

  • Aktualisiert am

Voreiliger Jubel: Felix Sturm Bild: AP

Die World Boxing Organization (WBO) hat einen Protest gegen die umstrittene Punktniederlage von Felix Sturm im WM-Kampf gegen Oscar de la Hoya abgeschmettert. Damit wird es keinen sofortigen Rückkampf geben.

          Der entthronte Mittelgewichts-Weltmeister Felix Sturm wird keinen sofortigen Rückkampf gegen Titelträger Oscar de la Hoya bekommen. Das entschied in San Juan die World Boxing Organization (WBO).

          Der in der Hauptstadt von Puerto Rico ansässige Box-Weltverband schmetterte damit den von Promoter Klaus-Peter Kohl nach Sturms umstrittener Punktniederlage im WM-Kampf gegen de la Hoya eingelegten Protest ab. Gegen den Beschluß könne der Chef des Hamburger Universum Boxstalls binnen zwei Wochen Berufung einlegen, heißt es in einem Schreiben von WBO-Präsident Francisco Valcarcel.

          „Keine unsachgemäßen Dinge“

          „Wir haben sehr genau die Forderung von Universum für ein Rematch geprüft. Doch unser Weltmeisterschafts-Komitee hat sich einstimmig dagegen entschieden. Wir glauben nicht, daß die Punktrichter in irgendeiner Form in ihrer Entscheidung beeinflußt waren. Angesichts
          der Tatsache, das keine unsachgemäßen Dinge vorlagen, müssen wir die Entscheidung der Punktrichter akzeptieren. Die Fakten und Umstände der von den Punktrichtern getroffenen Wertungen unterstützen kein sofortiges Rematch“, begründete Valcarcel die Protest-Abweisung.

          Sturm war am 5. Juni in Las Vegas bei seiner WBO-Titelverteidigung gegen de la Hoya als 1:12-Außenseiter in das Duell gegangen und hatte den amerikanischen Superstar auf brillante Weise ausgeboxt, wie auch die Statistiken belegten: Von seinen 541 Schlägen trafen 234. Bei seinem Rivalen aus Los Angeles lautete das Verhältnis 792 zu 188.

          Anerkennung und Respekt

          Das einstimmige Punkturteil von drei Mal 115:113 zu Gunsten des „Golden Boy“ hatte bei allen amerikanischen Boxexperten großes Unverständnis ausgelöst. Für viele sei es eine noch krassere Fehlentscheidung gewesen, als sie Schwergewichtler Axel Schulz vor neun Jahren ebenfalls in der Arena des MGM-Grand-Hotels gegen Weltmeister George Foreman hatte hinnehmen müssen. Der Faustkämpfer aus Frankfurt (Oder) unterlag trotz deutlicher Dominanz dem Champion der International Boxing Federation (IBF) ebenso nach Punkten. Das Management von Schulz legte danach erfolgreich bei der IBF Protest ein. Auf den sofortigen Rückkampf verzichtete Foreman jedoch, so daß Schulz gegen Francois Botha (Südafrika) um den vakanten WM-Titel boxen durfte.

          Sturm sei ein Opfer des für den 18. September geplanten Megafights zwischen de la Hoya und dessen Landsmann Bernard Hopkins, lautete der Tenor der amerikanischen Medien. Der 25jährige Leverkusener habe sich mit seiner Vorstellung gegen das „Denkmal de la Hoya“ noch mehr Anerkennung und Respekt verschafft, als sein Stallgefährte und Schwergewichts-Weltmeister des World Boxing Council (WBC), Witali Klitschko. De la Hoya kassiert für den Kampf gegen Hopkins eine Garantiebörse von 30 Millionen Dollar. Hopkins, Weltmeister der Verbände WBC, WBA und IBF, sind elf Millionen Dollar zugesichert worden.

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