30.10.2005 · Die Ostwestfalen haben sich durch den ersten Heimsieg gegen Hannover seit 1971 auch dank des schnellsten Tores ihrer 13jährigen Bundesliga-Geschichte vorläufig ins Tabellenmittelfeld vorgeschoben.
Ein „Goldener Oktober“ hat Arminia Bielefeld ein Stimmungshoch und den Sprung aus dem Tabellenkeller beschert. Mit dem verdienten 4:1 über Hannover 96 setzten die wieder erstarkten Bielefelder am Sonntag abend ihre Erfolgsserie fort und verbesserten sich auf Rang neun.
Vor 24.986 Zuschauern in der Schüco-Arena sorgten Michael Fink mit dem schnellsten Bundesligator der „Club“-Geschichte nach nur 48 Sekunden sowie Subisiso Zuma (53. Minute) und Isaac Boakye (68./84.) dafür, daß die Bielefelder auch im fünften Pflichtspiel des zu Ende gehenden Monats unbesiegt blieben. Dagegen kassierten die nun wieder in die Nähe der Abstiegszone abgerutschten Niedersachsen, für die Per Mertesacker (55.) lediglich der Ehrentreffer gelang, ihre erste Niederlage im Oberhaus bei der Arminia seit 33 Jahren.
Ehrentreffer durch Mertesacker
Mit der Sieger-Elf vom 2:1-Pokalspiel gegen Energie Cottbus suchten die Westfalen sofort die Offensive - und trafen mit der ersten Chance nach nicht einmal einer Minute. Nach einer zu kurzen Abwehr von 96-Kapitän Altin Lala zog Fink aus 22 Metern ab und traf, weil Nationalspieler Mertesacker den Schuß unhaltbar für Keeper Robert Enke abfälschte. Die ohne Torjäger Thomas Brdaric und Abwehr-Routinier Michael Tarnat (beide Muskelfaserriß) angetretenen Niedersachsen erholten sich zunächst nicht von diesem Schock und mußten froh sein, daß Zuma (9.) und David Kobylik (10.) nicht erhöhten.
Erst nach 15 Minuten fanden die 96er allmählich zu ihrem Spiel. Und nach einer schönen Einzelaktion bot sich Youngster Hendrik Hahne (18.) die Chance zum Ausgleich, doch Arminen-Schlußmann Matthias Hain rettete glänzend. Ansonsten hatten die Hannoveraner zwar mehr vom Spiel, vermochten sich in der Offensive aber vor der Pause nicht mehr entscheidend in Szene zu setzen. Gleiches galt allerdings auch für die Arminia, die ihren Vorsprung zunächst nur verwaltete.
Nach dem Wechsel verstärkte der frühere Arminia-Profi und heutige 96-Coach Ewald Lienen mit der Hereinnahme von Michael Delura die Offensive. Doch der Schuß ging nach hinten los: Zuma nutzte einen Konter zu seinem vierten Saisontreffer. Zwei Minuten später war die Partie zwar noch einmal offen, als Mertesacker einen Stajner-Freistoß einköpfte. Doch für die beeindruckend konterstarken Hausherren machte Ghanas Nationalspieler Boakye per Doppelpack alles klar.