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Biathlon-Weltcup in Oberhof Groß vergibt Sieg der deutschen Staffel

 ·  Ausgerechnet der sonstige Staffel-König hat mit Fehlschüssen und Strafrunden den ersten Saisonsieg für die deutschen Biathleten in Oberhof vermasselt.

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Ausgerechnet der sonstige Staffel-König Ricco Groß hat mit einer selten erlebten Schießpleite den greifbar nahen ersten Saisonsieg für die deutschen Biathleten verpasst. Bei der 4x7,5-km-Weltcupstaffel in Oberhof leistete sich der deutsche Schlussläufer aus Ruhpolding in Führung liegend gleich vier Fehlschüsse, musste am Ende eine Strafrunde laufen und fiel auf Rang sechs zurück.

„Ich kann es mir nicht erklären. Ich weiß nicht, wie so etwas passieren konnte. Es tut mir so leid für die drei anderen in unserem Team. Ich habe sie heute um die Früchte ihrer Mühe gebracht“, entschuldigte sich der dreimalige Staffel-Olympiasieger.

Sieg für Russland

Zuvor hatten Michael Greis (Nesselwang), Sven Fischer und Peter Sendel (beide Oberhof) unter dem Jubel der 14.000 Fans am Thüringer Rennsteig das deutsche Quartett in Führung gelaufen. Am Ende aber jubelte Ex-Weltmeister Russland, der beim zweiten Weltcup-Staffelsieg in Folge Weißrussland (11,0 Sekunden zurück) und Frankreich (32,1) auf die nächsten Plätze verwies. Im Staffel-Weltcup führt Russland mit 189 Punkten vor Weißrussland (168) und Deutschland (160).

„Als Ricco auf die Schlussrunde ging, war ich mir zu 99 Prozent sicher, dass wir heute mindestens auf dem Siegerpodest landen. Aber das eine Prozent ist eingetreten“, sagte Frank Ullrich. Der Bundestrainer hatte seinen vermeintlich sichersten Schützen und formstärksten Läufer extra auf den Schlussläufer-Posten beordert.

„So etwas passiert nun mal in einer Staffel. Da entscheidet der schwächste Läufer. Und das war diesmal ausgerechnet der Ricco. Aber insgesamt bin ich nicht unzufrieden. Die anderen drei haben eine wirklich prima Leistung abgeliefert.“

Erfolgsdruck für DSV-Athleten

Für den deutschen Coach, der mit seiner Mannschaft noch immer ohne Saisonsieg dasteht, wäre der Staffel-Triumph in Oberhof eine Art Befreiungsschlag gewesen. Nun wird der Erfolgsdruck beim Massenstart am Sonntag (Damen, 10.30 Uhr, Herren, 12.35 Uhr/jeweils live in der ARD) und beim kommenden Weltcup in Ruhpolding (15. bis 19. Januar) immer größer.

Einziger wirklicher Gewinner der bitter enttäuschten deutschen Mannschaft war Ersatzmann Michael Greis, der für den formschwachen Frank Luck in die Staffel aufrückte und als Startläufer ein glänzendes Rennen absolvierte. „Mein erster Weltcup als Startläufer und gleich als Erster gewechelt - schöner hätte es nicht sein können“, meinte Greis. Einen Stammplatz als Startläufer fordert der 26-Jährige aber für sich noch nicht: „Klar macht es riesig Spaß, wenn alles klappt. Aber man hat ja heute gesehen, dass es nicht immer gut geht. Ich wäre nicht sauer, wenn ich in Zukunft mal wieder in der Staffel aussetzen müsste. Aber in Ruhpolding, da würde ich schon gerne laufen.“

Die Chancen dafür stehen gut, da Routinier Luck auf das Rennen in Greis' bayerischer Heimat zugunsten eines Spezialtrainings auf alle Fälle verzichtet und die Auswahl für Ullrich aufgrund der insgesamt schwachen Leistungen der Athleten aus dem sogenannten Anschlusskader ohnehin begrenzt ist.

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