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Bayer Leverkusen Lattek: „Lüge, mieses Spiel, Schmutz“

25.04.2003 ·  Dass sie bei Bayer Leverkusen behaupten, Udo Lattek habe als Retter zu viel Geld verlangt, bringt den Trainer-„Dino“ auf die Palme. Thomas Hörster kümmert sich nach der Saison wieder um den Nachwuchs.

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Trainer-“Dino“ Udo Lattek hat nach den Diskussionen um seine Person mit Bayer Leverkusen abgerechnet und seine Zusage zur Zusammenarbeit zurückgezogen.

„Bayer ist für mich gestorben. Mit denen will ich nichts mehr zu tun haben. Ich habe die Schnauze voll“, sagte der 68-Jährige dem Kölner „Express“. Nach seiner Absage als Trainer „aus gesundheitlichen Gründen“ hatte Lattek angeboten, Bayers Sportdirektor Jürgen Kohler stets „mit Rat zur Seite zu stehen“.

Anschließend hatte Bayer-Manager Reiner Calmund energisch bestritten, dass Lattek den Rheinländern einen Korb gegeben habe. Genau das Gegenteil sei der Fall gewesen, wegen „unrealistisch hoher finanzieller Forderungen“ des erfolgreichsten deutschen Vereinstrainers. Im Gespräch waren bis zu 1,8 Millionen Euro.

„So ein mieses Spiel habe ich noch nicht mitgemacht“

„Eine glatte Lüge, die Bayer da in Umlauf gebracht hat. Dagegen ist der Baron von Münchhausen ein Wahrheitsfanatiker“, ereiferte sich Lattek: „Einige dieser Herren wollen jetzt wohl ihre Hände in Unschuld waschen und beschmutzen mich. Aber das lasse ich nicht zu. So ein mieses Spiel habe ich in meiner ganzen Karriere noch nicht mitgemacht.“

Allerdings bestätigte Lattek auch indirekt, dass seine finanzielle Forderungen von Bayer nicht angenommen worden seien. „Wir haben zusammengesessen. Ich habe eine Summe genannt. Und die Herren wussten, dass ich meinen Preis habe. Sie lehnten ab. Okay, kein Problem“, sagte Lattek. „Ich nehme das auf mich, erkläre, dass ich aus gesundheitlichen Gründen abgesagt habe. Wir haben dann gemeinsam diese Absprache getroffen und wollten so vor die Öffentlichkeit treten.“

Gleichzeitig wurde bekannt, dass Leverkusens derzeitiger Cheftrainer Thomas Hörster, der mit Lattek vorübergehend hätte zusammenarbeiten müssen, in der kommenden Saison die U-19-Junioren bei Bayer Leverkusen betreuen soll. Das bestätigte der Leverkusener Nachwuchs-Manager Michael Reschke. „Für unsere Junioren ist das die beste Variante. Hörster identifiziert sich gänzlich mit dem Verein und bringt nun noch mehr Erfahrung mit. Er ist mit dieser Lösung vollkommen einverstanden“, sagte Reschke. Hörster solle unabhängig vom weiteren Saisonverlauf in seine frühere Position zurückkehren.

Zunächst aber soll Hörster die Bayer-Profis in den ausstehenden fünf Saisonpartien vor dem Abstieg bewahren. Der 46-Jährige hatte am 16. Februar Klaus Toppmöller auf der Trainerbank abgelöst. Davor arbeitete er bereits zehn Jahre im Leverkusener Nachwuchsbereich und feierte im Juli 2000 mit dem Gewinn der deutschen A-Jugend-Meisterschaft seinen größten Erfolg. „Für ihn ist die Rückkehr in den Juniorenbereich keine Herabstufung. Hörster gibt alles für Leverkusen, egal, in welcher Funktion“, sagte Reschke.

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