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Basketball-Kommentar Auf der Suche nach dem Fortschritt

02.09.2010 ·  Von diesem schwarzen Tag, dem vorzeitigen Ausscheiden bei der Weltmeisterschaft, auf die Zukunft des deutschen Basketballs zu schließen, wäre fahrlässig. Trotzdem: Gerade für die jungen deutschen Spieler ist die Niederlage gegen Angola eine persönliche.

Von Anno Hecker
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Jetzt kann man es sich leicht machen und auf sie einhacken. Typisch Medien. Eben noch hoch gelobt nach dem überraschenden Sieg über Serbien und nun niedergemacht, nur weil das jüngste Team in der Geschichte des Deutschen Basketball-Bundes die WM-Vorrunde in der Türkei nicht überstand. Schwache Vorstellungen wie gegen Angola am Mittwochabend (88:92) hat die Nationalmannschaft aber schon früher bei ähnlich wichtigen Turnieren geboten. Man denke nur an das entscheidende Spiel gegen Italien bei der EM 2003 in Schweden. Damals konnte nicht mal die Zentralgestalt Dirk Nowitzki eine niederschmetternde Pleite verhindern. Zwei Jahre später wurde Deutschland EM-Zweiter.

Von diesem schwarzen Mittwoch auf die Zukunft der Deutschen zu schließen, wäre also fahrlässig. Und doch kommt man um harte Urteile nicht herum: Die Deutschen haben keinen Aufbauspieler, der seine Kollegen auf dem Feld virtuos dirigiert, inspiriert, dem etwas einfällt, wenn nichts mehr läuft. Auf Weltniveau reicht es nicht, schnell zu sein und den Laufwegen der Systeme zu folgen.

Wie verschüchtert

Auch die Methode, bis zum Ablauf der Angriffszeit auf der Stelle zu dribbeln und dann mit einem spektakulären Wurf „Alles oder Nichts“ zu spielen, hat wenig mit Mannschaftssport zu tun. Das ist eher eine Freiplatz-Zockerei, unterhaltsam, aber durchschaubar. Die beiden schlechten Spiele nach dem guten Auftakt gegen Argentinien und Serbien führten vor Augen, dass den Deutschen die Kreativität auf nahezu allen Positionen fehlte, wenn der Gegner ihre Systeme las und blockierte.

Dass die erfahrenen, bald 30 und mehr Jahre alten Profis ihr Repertoire innerhalb eines Jahres kaum erweiterten und nach altbekanntem Muster mehr oder weniger auf ihrem Niveau spielten, überraschte kaum. Die Vorstellung des jungen, hoch gelobten Kerns dagegen sehr. Robin Benzing, Elias Harris und Tibor Pleiß wirkten wie verschüchtert auf der Weltbühne, gehemmt, bisweilen mutlos. Sie haben es nicht geschafft, ihren Anspruch auf einen Platz in der NBA, der stärksten Liga der Erde, zu rechtfertigen.

Ihre Präsentation in der Türkei mag nicht das Ende des Spiels um den Aufstieg sein. Aber die persönliche Niederlage wird an ihrem Selbstbewusstsein nagen. Denn diesen Talenten fehlte, was ihnen Kraft gibt, Grenzen zu überwinden: der Fortschritt.

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