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Baseball-Glosse Spiel nicht mit den Kindern

 ·  Einen Baseball zu fangen, ist kann lukrativ sein, ist aber nicht ganz einfach. Mit einem Kind im Arm sollte man das aber erst gar nicht versuchen. Ein Taiwanese hat zweifelhaften Ruhm geerntet.

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Einen Baseball zu fangen kann ein lukratives Geschäft sein - nicht nur für die Profis auf dem Spielfeld. Vor vier Jahren hatte Matt Murphy auf dem Schwarzmarkt hundert Dollar für eine zwölf Dollar teure Eintrittskarte berappt, um sich das Spiel zwischen den San Francisco Giants und den Washington Nationals anschauen zu können. Das war sicherlich die beste Investition seines Lebens.

Denn der damals 21 Jahre alte New Yorker Student ging aus dem Gerangel um den Ball, mit dem Barry Bonds seinen 756. Homerun erzielt und den Rekord der Major League Baseball gebrochen hatte, mit einer blutigen Nase als Sieger hervor. Das Schmerzensgeld konnte sich sehen. Der Ball wurde für 752.467 Dollar versteigert.

Zweifelhafter Ruhm

Ein ebenfalls Baseball-Catcher spielender Fan in Taiwan, der es derzeit auf der Video-Plattform Youtube zu zweifelhaftem Ruhm bringt, hatte nicht das große Geld im Blick. Er machte, was alle Baseball-Fans tun, wenn der Ball in ihre Richtung auf die Tribüne fliegt, er griff reflexartig zu. Pech nur, dass seine vielleicht vier oder fünf Jahre alte Tochter auf seinem Schoß saß. Als er aufsprang und vergeblich zupackte, fiel das kleine Mädchen herunter und landete unsanft eine Reihe tiefer.

Er zog sie zwar anschließend unversehrt am Bein wieder zu sich hoch. Doch die Blicke, die ihm seine nebenan sitzende Ehefrau zuwarf, lassen erkennen, dass die Mutter im Gegensatz zu den lachenden chinesischen Kommentatoren alles andere als amüsiert war.

Auch die amerikanischen Sprecher fanden eine ähnlich grobe Vernachlässigung elterlicher Pflichten im Mai im Dodgers-Stadion in Kalifornien lustig. Über einen Vater, der erst seine Tochter begeistert hochhob und sie dann beim ebenfalls vergeblichen Bemühen, den Baseball zu erwischen, losließ, hatten sie nur den verharmlosenden Satz parat: "Lass dein Kind nicht fallen!"

Auch wenn sich das Mädchen nach dem Sturz gelangweilt neben ihren Vater in den Sitz lümmelte, bleibt festzuhalten: Was sich mehr als fünf Millionen Menschen zur Erheiterung im Internet anschauten, ist weder ein Kinderspiel noch witzig.

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01.01.2012, 16:05 Uhr

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Arroganz und Wirklichkeit

Von Michael Ashelm

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