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Ayrton Senna Lektion vom Meister

 ·  Was daraus wohl geworden wäre? Schumacher gegen Senna, dieses Duell des aufstrebenden Deutschen gegen den Superstar mit großem Charisma hat nie stattgefunden.

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Was daraus wohl geworden wäre? Schumacher gegen Ayrton Senna, dieses Duell des aufstrebenden Deutschen gegen den Platzhirscher der Formel 1, den Superstar mit großem Charisma, hat nie stattgefunden. Als sich Schumacher mit dem Benetton Sennas Niveau näherte, 1994 vom ersten Rennen an auf WM-Kurs steuerte, verunglückte der Brasilianer tödlich. Dessen tragischer Crash in Imola am 1. Mai dieses Jahres beendete zugleich alle Hoffnungen auf einen spannenden Zweikampf der Generationen. Plötzlich war der 34 Jahre alte Senna, von der Aura eines Unverwundbaren umgeben, verschwunden.

Michael Schumacher, 25 Jahre alt, schien allein dazustehen. Aber er trug längst etwas von Senna in sich. In gut zwei Jahren hatte sich der Rheinländer den Besten genau angeschaut, so intensiv beobachtet, wie es Schüler tun, wenn sie vom Meister lernen wollen. Schumacher hat die Gabe, Experten auszuquetschen wie eine Zitrone, wenn er denn interessiert ist. Das Beste saugt er auf und behält es abrufbereit im Oberstübchen.

Senna als Schulmeister

Senna begegnete der Wißbegierige aus Kerpen aber keinesfalls wie ein unterwürfiger Fahrschüler. Schon in seiner ersten vollen Formel-1-Saison, 1992, drang Schumacher in den Herrschaftskreis Sennas ein. Beim Großen Preis von Frankreich kam es zu einem Zusammenstoß, den der dreimalige Weltmeister wohl zu Recht als Fehler des Deutschen beklagte. Er wies den jungen Piloten schulmeisterlich zurecht. Aber dahinter steckte mehr als eine Mahnung. Es war auch das erste Zeichen: Hier bahnt sich ein Kampf um die Herrschaft an.

Wenig später, bei Testfahrten vor dem Großen Preis von Deutschland in Hockenheim, kam es zu einem Eklat. Senna hatte Schumacher blockiert: „Da habe ich mir am Nachmittag gedacht: Freund, das kann ich auch“, schilderte Schumacher später. Er revanchierte sich. Senna ließ sich diese Majestätsbeleidigung nicht bieten. Wohlbedacht tauchte er später in der Benetton-Box auf, um Schumacher eine Lektion zu erteilen. Der Rheinländer ließ sich nicht beeindrucken. Aber er merkte sich, wie Senna auf und abseits der Piste manövrierte, um nicht überholt zu werden

Quelle: F.A.S. vom 8. Oktober 2006
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