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Australian Open Drum prüfe, wer sich ewig schindet

 ·  Wie verkraftet man ein fünfstündiges Spiel? Nach Armstrongs Doping-Beichte sehen sich Tennisprofis unter Rechtfertigungsdruck. Es gibt wenige Kontrollen, aber manchmal viel Geheimnistuerei.

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© AFP Vergrößern Bis zum letzten Schlag: Novak Djokovic und Kollegen gehen bis an die körperlichen Grenzen

Am Ende wurde Novak Djokovic in der vergangenen Woche doch leicht ungehalten. Die Komplimente, die ihm Tomás Berdych gemacht hatte, als er ihn als den fittesten Spieler überhaupt auf der Tour bezeichnete, all die schönen Lobpreisungen also, die hatte er noch gerne entgegengenommen. Doch irgendwann war dem Serben diese ganze Fragerei, wie er das bloß immer schaffe, sich so schnell zu erholen und wieder bereit für das nächste Spiel zu sein, zu viel.

Im Achtelfinale hatte Djokovic zwei Tage zuvor fünf Stunden gebraucht, um den Schweizer Stanislas Wawrinka in fünf Sätzen zu bezwingen, aber von dieser Anstrengung war ihm im Viertelfinale nichts anzumerken gewesen. „Ich verstehe, dass viele Leute unterschiedliche Meinungen und Ansichten haben. Aber alles, was ich mache, ist legal, korrekt und natürlich“, sagte der Weltranglistenerste, aber irgendwie war die gute Laune verschwunden.

Seit der Doping-Beichte von Lance Armstrong, der unter anderem gesagt hatte, das Ganze sei nur eine Frage der Planung gewesen, schlägt auch den Tennisspielern wieder Skepsis entgegen. Am Rande der Australian Open hatten die Stars den großen Vertrauensverlust beklagt, den der Radstar dem Sport zugefügt habe.

„Er sollte dafür bezahlen, er ist ein großer Betrüger“, hatte Djokovic gesagt, „es ist traurig zu sehen, dass einer das über so einen langen Zeitraum getan und dem Sport großen Schaden zugefügt hat“, betonte Roger Federer, „dies ist ein trauriger Tag für alle Sportler“, klagte Serena Williams. Aber Doping im Tennis? Das Kontrollsystem funktioniere, betonten die meisten, man müsse das gute Image des Tennis bewahren.

Das Problem dabei ist allerdings, dass der Ruf gar nicht so tadellos ist. Weil Tennis als Ganzjahressport betrieben wird, ist die Anzahl der Doping-Kontrollen außerhalb des Wettkampfes beispielsweise vergleichsweise gering - also dort, wo häufig auf verschiedensten Wegen die Basis für spätere Erfolge gelegt wird.

1,6 Millionen Dollar stellt der Internationale Tennis-Verband (ITF) insgesamt für Doping-Kontrollen jährlich zur Verfügung, erstaunlicherweise ist dieser Beitrag in den vergangenen Jahren aber nicht komplett abgerufen worden. „Mir kommt es so vor, als sei die Anzahl der Kontrollen in den vergangenen Jahren sogar zurückgegangen, vor allem der Blutkontrollen“, sagte Federer. ITF-Zahlen belegen, dass etwa Serena Williams 2011 ganze drei Mal kontrolliert worden ist.

„Es wäre schön, wenn wir das bald einführen könnten“

Was die Ermittlungen der amerikanischen Anti-Doping-Agentur aber zutage gebracht haben im Fall Armstrong, müsste auch den Tennis-Verband nachdenklich werden lassen. Unter anderem wurde die Rolle des Sportarztes Luis García del Moral während dessen Zeit in Armstrongs Rennstall US Postal (1999 bis 2003) genau beschrieben.

Der Spanier aber war mehr als 15 Jahre auch für eine Tennisakademie in Valencia tätig, in der unter anderem der aktuelle Weltranglistenvierte David Ferrer, die Italienerin Sera Errani oder die ehemalige Weltranglistenerste Dinara Safina trainierten. Wäre es nicht naiv anzunehmen, er habe sein Wissen über verbotene leistungsfördernde Medikamente tatsächlich nur im Radsport genutzt?

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28.01.2013, 12:48 Uhr

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