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Attaque Der gute Riccardo

19.03.2010 ·  Radprofi Riccardo Ricco war wegen Dopings 20 Monate gesperrt. Nun soll alles anders werden. Offensichtlich ist da kein Platz mehr für eine Lebensgefährtin, die selbst Sportlerin ist - und ebenfalls zu verbotenen Beschleunigern gegriffen hat.

Von Rainer Seele
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Schön, wenn man den Mut hat, sich von seinem Partner zu trennen – weil man gemerkt hat, dass man einfach nicht mehr zueinander passt. So ist das wohl auch der Fall gewesen bei Riccardo Ricco, dem 26 Jahre alten italienischen Radprofi, der sich gerade in seine zweite Karriere zu stürzen versucht, angeblich in eine Laufbahn ohne Missbrauch.

Offensichtlich ist da kein Platz mehr für eine Lebensgefährtin, die selbst Sportlerin ist – und ebenfalls zu verbotenen Beschleunigern gegriffen hat. Die Dame heißt Vania Rossi, es handelt sich um eine Mountainbikerin und um eine Epo-Doperin. Ob sie Reue zeigt, ist nicht bekannt. Dafür war inzwischen von Ricco, der von seinem einstigen betrügerischen Herzblatt nichts mehr wissen will, sehr deutlich zu hören, dass er keinesfalls mehr der Alte sei.

Der böse Ricco soll Vergangenheit sein, jener Profi also, der bei der Tour de France 2008 des Epo-Dopings überführt worden war und danach 20 Monate gesperrt wurde. Jetzt sitzt der neue, der gute Riccardo auf dem Rad – das behauptet der Italiener, der bei einem Rennen Anfang kommender Woche sein Comeback gibt, jedenfalls steif und fest.

Und vermutlich glaubt daran auch ein Rennstall mit dem klingenden Namen Ceramica Flaminia; er hätte den vermeintlich geläuterten Profi doch sonst bestimmt nicht unter Vertrag genommen. Aber Ricco hat ja auch sehr ergreifend geschildert, wie er in die Falle getappt war – und wie leid ihm das tut: schlimmer Fehler, soll nicht wieder vorkommen. Ricco hat sich auch entschuldigt, und zwar gleich bei der gesamten Radsport-Welt.

Obwohl es doch, wie er während seiner Zwangspause festgestellt haben will, im Radsport keine Solidarität gebe, dafür aber viel Heuchelei. Wie der Mann, der selbst kein Heiliger war, nun bloß die Wende als Radrennfahrer schaffen und Vertrauen gewinnen will? Schwierige Sache – kaum leichter, als die reine, die wahre Liebe zu finden. Aber das muss man Riccardo Ricco wohl kaum erzählen.

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Jahrgang 1957, Sportredakteur.

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