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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Arena AufSchalke Goldgrube oder Millionengrab?

12.09.2002 ·  Arena AufSchalke: Gut ein Jahr nach der Eröffnung ist die Anfangseuphorie verflogen. Zu hoch erscheinen die finanziellen Verbindlichkeiten.

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Volles Haus, aber leere Kassen? Kritiker können nicht glauben, dass die Arena AufSchalke, die jährlich zwölf Millionen Euro an Zins- und Tilgungskosten verschlingt, Gewinn abwirft.

Bei der Eröffnung vor gut einem Jahr sprach Manager Rudi Assauer davon, bei zehn Veranstaltungen zusätzlich zu den Bundesligaspielen schreibe die Arena schwarze Zahlen. Im Veranstaltungskalender der Schalke-Arena finden derzeit noch Hinweise auf das Länderspiel Deutschland - Niederlande am 20. November und ein Grönemeyer-Konzert am 15. Juni 2003. Dazu kommen noch das DFB-Pokalspiel gegen Mönchengladbach und das Uefa-Cup-Spiel gegen den FK Gomel. Aber bei zehn Events pro Saison ist man da noch lange nicht.

Teure Eröffnungsfeier

Im Geschäftsbericht 2001 wird eingeräumt, dass die Arena im ersten Halbjahr ihres Bestehens Verlust gemacht hat. Als Grund wird die Eröffnungsfeier genannt, dessen Finanzierung die Betriebsgesellschaft tragen musste. Dennoch heißt es wörtlich: „Die Erfahrung der Vergangenheit zeigt, dass kleinere Events - vor allem im Firmenbereich - möglicherweise zu besseren Renditen führen als Großveranstaltungen.“

Karl-Heinz Wildmoser junior, Geschäftsführer der in München entstehenden Allianz Arena, will sich zur Schalker Situation, die er natürlich analysiert hat, nicht äußern, aber: „Für uns ist es ein Gottessegen, dass wir zwei Bundesligavereine haben und wenigstens einer davon regelmäßig im Europapokal spielt. Mit nur einem Verein ließe sich das Stadion nicht finanzieren, und von den Großkonzerten kann man sich auch langsam verabschieden. Zur WM 2006 wird es so viele Arenen geben, so viele Konzerte können die Stones in Deutschland gar nicht geben.“

Bei der Olympiapark GmbH in München, die den FC Bayern und den TSV 1860 ab 2005 als Mieter verlieren wird, ist man heilfroh, die Olympiahalle als zusätzliche Spielstätte für Konzerte zu haben, damit gibt es keine Kollision mit Fußball-Terminen. Tobias Kohler, Pressereferent des Olympiaparks: „Der Fußball ist nicht zu ersetzen, aber zehn bis 15 werthaltige Veranstaltungen im Stadion werden wir in Zukunft schon brauchen.“ Da droht ein Konkurrenzkampf.

„Kannibalisierungseffekt “

Ralf-Bernd Assenmacher, der Geschäftsführer der Kölnarena, wird mit Blick auf Schalke konkret: „Ich weiß nicht, wie die das rechnen.“ Er kommt mit Eishockey (Kölner Haie), Handball (VfL Gummersbach) und Basketball (RheinEnergy) auf weit über 40 Sportveranstaltungen, die noch durch Karnevals- oder Silvesterbälle abgerundet werden. Assenmacher: „Mönchengladbach baut ein WM-Stadion, Krefeld eine Arena - das gibt einen Kannibalisierungseffekt um die Veranstaltungen und Kongresse.“

Peter Peters, Geschäftsführer bei Schalke, gibt sich trotzig: „Wir haben uns nicht verrechnet. Die Kalkulation geht auf, zumal, wenn jetzt auch noch das Football-Team von Rhein Fire zu uns kommen sollte, dazu noch die Abschiedsspiele von Olaf Thon und Ingo Anderbrügge. Natürlich haben wir uns die Vermarktung einfacher vorgestellt und an einigen Stellen auch Lehrgeld bezahlt, dafür aber auch an anderen Stellen mehr verdient, als erwartet.“

Küche soll zum Konsumenten kommen

Dazu gehört offensichtlich vor allem die Restauration, die nicht nur aus Bier- und Würstchenverkauf besteht. Die Catering-Gesellschaft, die auch zu 100 Prozent Schalke gehört, hat laut Geschäftsbericht im Halbjahr 2001 schon 541.000 Euro Gewinn gemacht. Wörtlich heißt es: „Der Pro-Kopf-Umsatz liegt in der Arena doppelt so hoch wie in vergleichbaren Stadien.“

Für die Zukunft ist geplant, die S04-Cateringgesellschaft auch außerhalb des Vereins und der Arena tätig werden zu lassen, beispielsweise als Dienstleister in anderen Stadien und ähnlichen Institutionen.“ Im Klartext: Wenn nicht genügend Konsumenten in die Arena kommen, kommt die Küche zum Konsumenten.

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