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ARD holt das DSF als Partner ins Boot

26.06.2003 ·  Einigung mit Infront in Sicht

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STUTTGART/MÜNCHEN (sid). Der monatelange Poker der Fernsehsender um die Fußball-Bundesliga steht unmittelbar vor dem Abschluß: Die ARD feiert demnach wie erwartet ein Comeback mit ihrer Sportschau am Samstag, darüber hinaus steigt das DSF als "Juniorpartner" für die beiden Spiele am Sonntag ein. Noch sei nichts unterschrieben, aber "es deutet vieles darauf hin, daß es die Sportschau wieder geben wird", sagte Wilfried Straub, Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga (DFL), nach einem Gipfeltreffen mit DFL-Chef Werner Hackmann und Gerhard Mayer-Vorfelder, dem Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), am Donnerstag in Stuttgart.

Im Gespräch ist zwischen der ARD und der Schweizer Agentur Infront derzeit allerdings nur ein Vertrag für die Saison 2003/04 plus Option für zwei weitere Jahre. Zunächst war über eine Vertragslaufzeit bis 2007 spekuliert worden. Für die Rechte bietet die ARD der Rechteinhaberin, an der auch ARD-Kommentator Günter Netzer beteiligt ist, eine Summe von bis zu 65 Millionen Euro pro Saison. Darin enthalten wäre für 15 Millionen Euro auch die Zweit- und Drittverwertung. Die sich nun abzeichnende Vereinbarung deckt sich von der Laufzeit her mit dem Kontrakt zwischen Infront und der DFL.

Auf die Übertragung der beiden Spiele am Sonntag kann sich das DSF einrichten, das für die entsprechende Rechte rund 11 Millionen Euro geboten hat. "Aus sportlichen Gründen wird es voraussichtlich das DSF sein", sagte DFL-Chef Hackmann, der hofft, daß die Verträge "bis Anfang nächster Woche" unterschrieben sind. Großer Pluspunkt des DSF: Beide Partien der Bundesliga würden wie zuletzt um 17.30 Uhr angepfiffen werden. Damit blieben die Spiele der Amateurklubs "geschützt", was dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) entgegenkommt. Außerdem müßte der Grundlagenvertrag zwischen DFB und DFL nicht geändert werden. Problematisch an einer Übertragung im DSF ist die geringe Reichweite des Spartenkanals, der nach eigenen Angaben in 91 Prozent aller Haushalte zu empfangen ist. Zuschauer, die ihre Fernsehprogramme nur über eine klassische Antenne empfangen, bleiben nach derzeitigem Stand von den Sonntagsspielen ausgeschlossen.

Für die Sonntag-Spiele war auch das ZDF im Gespräch. Die Mainzer haben 10 Millionen Euro geboten, wollen die Partien aber auf 16.30 Uhr vorverlegen: Dieser Plan mißfällt neben dem DFB aber auch dem öffentlich-rechtlichen ZDF-Partner: Eine mögliche Bundesliga-Berichterstattung im "Zweiten" würde dann mit der ARD-Sportschau am Sonntag konkurrieren, weshalb auch die ARD das DSF als "Junior-Partner" bevorzugt. Der Spartenkanal will mit seiner Bundesliga-Sendung erst um 19.00 Uhr beginnen. Gesendet wird die neue "Sportschau" voraussichtlich wie früher aus Köln, ändern würde sich dagegen das Format der Sendung. "Es wird die alte Sportschau nie mehr geben", betonte Mayer-Vorfelder. In der neuen Sportschau, die von 18.10 bis 19.40 Uhr laufen soll, sind nach Angaben von "MV" zwei Werbeblöcke zu jeweils zehn Minuten vorgesehen.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.06.2003, Nr. 146 / Seite 32
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