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Anti-Aging Knurrender Magen schläft besser

 ·  „Das Abendessen überlasse deinen Feinden“, sagt ein altes Sprichwort. Wer nicht darauf verzichten will, sollte es zumindest weniger fett anlegen. Die gesunde Nachtruhe dankt es.

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„Das Abendessen überlasse deinen Feinden.“ Mit diesem 3000 Jahre alten Sprichwort, das er in seinem Buch „Länger leben, später altern“ * zitiert, will der Wiener Hormonforscher Johannes Huber klarmachen: Essen nach 17 Uhr macht schneller alt.

Huber schlägt vor, „einmal probehalber nur zu Mittag zu essen und für den Rest des Tages auf jede weitere Nahrungsaufnahme zu verzichten. Die Auswirkung kann schon am nächsten Morgen im Spiegel bewundert werden: Das Gesicht frisch, die Haut glatt, der Teint makellos."

Wer hingegen am Abend zu viel gegessen, geraucht und getrunken hat, würde am Morgen danach ein altes, verbrauchtes und grantiges Gesicht im Spiegel sehen. Kein Wunder - "wer gegen den Organismus gesündigt hat, der schläft schlecht; und wer schlecht schläft, den darf danach die Gesichtsruine nicht stören.“

Schlechte Miene zum guten Spiel

FAZ.NET hat es ausprobiert, das eine wie das andere. Das eine - zu spät und zu viel, essen, trinken und womöglich noch rauchen - ist eher die Regel als die Ausnahme. Gut sieht man danach am nächsten Morgen wirklich nicht aus. Aber dafür hatte man Spaß.

Das andere, das „Dinner-Cancelling“, also der Verzicht auf Nachmittagsschmankerl und Abendessen sowie alkoholische Genussmittel, ergab zwar am nächsten Morgen einen schönen flachen Bauch und tatsächlich ein weniger verquollenes Antlitz. Aber um welchen Preis! Die Wahl, entweder bei einem Mineralwasser den anderen beim Essen zuzuschauen oder mit demselben Glas Wasser allein vorm Fernseher zu sitzen, ist nicht sehr erbaulich. Auch der knurrende Magen sorgt womöglich für eine noch grantigere Miene, als Professor Huber sie dem Abendzecher androht.

Wie auch immer; der Wiener Experte schwört darauf, dass „Dinner-Cancelling“ das Leben verlängere, weil weniger Verdauungsarbeit mehr Gesundheit bedeute (siehe: „Weniger Kalorien - mehr Leben?“ ).

Stück Schokolade gegen temporären Zuckermangel

Bleibt nur das kleine Problem, wie man dem an ein abendliche Nahrungszufuhr gewöhnten Magen diese wieder abgewöhnt, ohne dass er rebelliert - von der gestressten Psyche, für die Essen eine Art Belohnung ist, ganz zu schweigen. Johannes Huber hat dies bedacht und schlägt vor, den Magen mit warmem Kräutertee füllen und zur Vermeidung von nächtlichen Heißhungerattacken vor dem Schlafengehen ein kleines Stück Schokolade oder einen Teelöffel Honig mit etwas warmer Milch zu sich zu nehmen - das gleiche den Zuckermangel „temporär“ aus und vertreibe das Hungergefühl.

Weglassen von schweren Mahlzeiten

So recht überzeugend klingt das nicht. Aber selbst wenn man wollte - die Lebensumstände in der westlichen Überfluss- und Leistungsgesellschaft machen es fast unmöglich, auf das Abendessen zu verzichten: Abends kommt der Heißhunger schon deshalb, weil sich der arbeitende Mensch tagsüber kaum Zeit zum Essen nimmt. Und zum sozialen Leben gehört das Treffen mit Freunden oder Geschäftspartnern im Restaurant. Huber weiß das natürlich. Es sei schon viel gewonnen, meint er, wenn man für den Anfang ein-, zweimal pro Woche auf das Abendessen verzichte.

Befragt nach dem „Dinner-Cancelling“ , wiegt Professor Ernst Siebzehnrübl von der Frankfurter Universitäts-Klinik den Kopf: „Es gibt Hinweise, dass das Weglassen von schweren Mahlzeiten am Abend hilfreich ist, weil die Stoffwechselvorgänge im Körper danach gesteuert werden, was der Verdauungstrakt zu tun hat. Sicher kann man nachvollziehen, dass bei einer besseren Durchblutung im Gehirn der Schlaf auch besser ist.“ Einen wissenschaftlichen Nachweis dafür gebe es allerdings bisher nicht, betont Siebzehnrübl.

Unumstritten: Abends weniger essen

Na, wenn es nicht bewiesen ist, dann können wir es uns doch weiterhin spät schmecken lassen, oder? Das könnte uns so passen. Auch ohne Befragung des Experten wissen wir doch alle längst: „Wir essen zu viel und zu fett und trinken zu viel Alkohol. Mit knurrendem Magen ins Bett gehen, das muss nun nicht sein. Aber dass es besser ist, abends weniger zu essen, das sagen die Ökotrophologen schon seit vielen Jahren.“

* Johannes Huber und Alfred Worm, Länger leben, später altern, Verlag Wilhelm Maudrich, 1998

Quelle: @nicl
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