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Alternative Heilmethoden Für Herbalisten: Die Bachblüten-Therapie

30.07.2002 ·  Krankheiten mit Pflanzen bekämpfen: Individuell zusammengestellte Blütenessenz-Mixturen helfen Körper und Seele wieder auf die Beine.

Von Eva Mayer-Wolk
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Die Blüten, die der Alternativmedizin-Boom in mancher Hinsicht treibt, hätte der englische Arzt Edward Bach (1886 - 1936) wohl lieber zertreten statt gesammelt: für ihn waren die blühenden Geschäfte, die nicht wenige der heutigen „Verwerter“ seiner Therapie machen, undenkbar.

Der „Herbalist“, wie er sich selbst nannte, betrachtete Pflanzen und Blumen als ein Geschenk Gottes, das er an seine Patienten weitergab: er behandelte sie (nach Auflösung seiner Londoner Praxis und der Entwicklung seiner neuen Therapie) samt und sonders ohne Gegenleistung.

Einzeltherapie: Individuell zugeschnitten statt Massenware

Bachs Ansatz war einfach: er wollte eine Volksmedizin finden, die bezahlbar war und in jedem Küchenschrank Platz hätte. Krankheit war für Bach „ein Korrektiv, ein Werkzeug, dessen sich unsere Seele bedient, um uns auf unsere Fehler hinzuweisen und uns vor größeren Irrtümern zu bewahren.“ Krank werde nur, wer „aus der Harmonie mit seiner wahren Natur“ gerate.

Dementsprechend war er ein Vertreter der heute allmählich wiederentdeckten Auffassung - die in den östlichen Heilsystemen schon vor Jahrtausenden galt und die auch der Begründer der Homöopathie, Samuel Hahnemann, vertrat -, dass aufgrund der individuell unterschiedlichen „Naturen“ auch nur eine individuelle und nicht die standardisierte Massentherapie heilen könne.

Die Wurzel aller Krankheiten: seelische Probleme

Bach meinte, die Ursachen von Leiden seien im geistig-seelischen Bereich zu finden. Die ersten drei Pflanzen, mit denen er arbeitete, waren die gefleckte Gauklerblume (Mimulus), das drüsentragende Springkraut (Impatiens) und die weiße Waldrebe (Clematis). Die Essenzen verordnete er gegen die Seelenzustände Angst, Ungeduld und Gleichgültigkeit.

Mit solchem Erfolg, dass er nach weiteren Pflanzen suchte, davon überzeugt, dass noch andere negative Grundstimmungen und Gefühle bei den Menschen Ursachen für körperliche Beschwerden seien: Unzufriedenheit und mangelnde Lebensfreude führten seiner Meinung nach unter anderem zu Gier, Egoismus und Hass, die wiederum den fruchtbaren Boden für die meisten Krankheiten bildeten.

Für jeden Typ das passende Blütenextrakt

Im Laufe der Jahre vervollständigte Bach sein Blütensystem auf zuletzt 38 Pflanzen, mit denen er alle grundlegenden Disharmonien der menschlichen Seele behandelte. Die später noch hinzugekommenen, sogenannten „Rescue-Tropfen“ (Notfall-Tropfen) sind eine Mischung aus fünf der 38 Blütenextrakte, die bei jedem Persönlichkeitstyp wirken und für akute Stress- und Schockzustände gedacht sind.

Bachs Blüten entstammen ausschliesslich Wildpflanzen höherer Ordnung, die ungiftig sind, aber nicht für die menschliche Ernährung verwendet werden. Kultivierten Pflanzen sprach er die ursprünglichen Heilkräfte ab. Bei der Auswahl der zu sammelnden Blüten legte Bach strengste Kriterien fest: Sammelorte, Erntezeitpunkte und Aussehen der Blütenblätter. Die Essenzen gewann er, indem er die Blüten in Quellwasser einlegte und in die Sonne stellte.

Placebo oder nicht Placebo?

Wissenschaftliche Beweise für die Wirkung der Bachblüten gibt es bisher nicht - Grund für die Schulmedizin, diese Therapie abzulehnen. Die Verfechter der Bachblüten hoffen auf die Entwicklung feinstofflicher Messverfahren und den dann möglichen Nachweis der behaupteten Bioresonanzen. Bis dahin argumentieren sie mit der jahrzehntelangen positiven Erfahrung mit Bachblüten. Der Placebo-Effekt erkläre die Wirkung nicht, da auch Kinder, Tiere und sogar Pflanzen auf die Bachblüten ansprächen.

Mechthild Scheffer, Buchautorin und Heilpraktikerin mit über zwanzigjähriger Erfahrung mit der Therapie des Edward Bach, ist der Auffassung, dass seine Blütenessenzen „in erster Linie der seelischen Gesundheitsvorsorge“ dienen, indem sie die Entfaltung der Persönlichkeit fördern und so indirekt die Widerstandskraft gegen seelische und in der Folge körperliche Störungen stärken.

Ohne Nebenwirkungen: Keine Überdosis möglich

Die Gefahr einer Überdosierung besteht bei Bachblüten ebensowenig wie die der unerwünschten Nebenwirkungen. Trotzdem sind sie - in Deutschland - apothekenpflichtig, und laut Gesetz dürfen nur Ärzte und Heilpraktiker fremde Personen berufsmäßig mit Bach-Blüten behandeln

Heute drängen Blütenessenzen aus Übersee auf den Markt, die aus anderen als den von Bach für sein abgeschlossenes System verwendeten Pflanzen stammen. Das sehen seine Anhänger mit Skepsis.

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