Von Eva Mayer-Wolk
Genau genommen ist eine Allergie eine Überreaktion unserer Abwehrkräfte (=Immunsystem). Das Immunsystem hat die Aufgabe, schädliche Stoffe zu erkennen und zu bekämpfen. Dazu muß es jedoch zunächst zwischen unschädlichen und solchen Substanzen, die dem Körper schaden könnten, unterscheiden.
Immer wenn wir mit einem fremden Stoff - ganz gleich welcher Art - durch Hautkontakt, Einatmen oder durch eine Verletzung in Kontakt kommen, prüft das Abwehrsystem, ob dieser Stoff gefährlich für uns ist. Erkennt nun unser Abwehrsystem, daß es sich um einen körperfremden Stoff handelt, versucht es, den "Eindringling" unschädlich zu machen. Dies geschieht durch sogenannte Abwehrzellen und spezielle Eiweißstoffe, die Antikörper.
Immunsystem „merkt“ sich die Störfaktoren
Wenn es dem Immunsystem gelingt, den echten oder vermeintlichen Feind erfolgreich zu bekämpfen, dann "merkt" es sich ganz genau, wie dieser Störfaktor aussieht. Sobald dieser Stoff erneut in Kontakt mit dem Körper kommt, werden dann sofort die gegen diesen Eindringling wirksamen Antikörper zum Einsatz gebracht. Dieser Vorgang wird als Immunisierung bezeichnet, denn damit ist der Körper immun gegen diesen schädlichen Einfluß.
Eine Allergie ist erstmal nichts anderes als eine Reaktion des Immunsystems auf das Eindringen eines körperfremden Stoffes. Allerdings werden in diesem Fall vom Abwehrsystem Stoffe als gefährlich eingestuft, die es gar nicht sind - also zum Beispiel Blütenpollen, Hausstaub oder auch bestimmte Nahrungsmittel.
Überreaktion des Abwehrsystems
Folglich produziert das Immunsystem nun Antikörper gegen diese Stoffe - nur leider viel mehr als zu einer normalen Abwehrreaktion nötig wären. Damit wird der Körper nicht - wie es eigentlich sein müßte - immun gegen den Erreger, sondern im Gegenteil übersensibel, das heißt, die Überreaktion des Abwehrsystems löst die typischen Allergiebeschwerden wie Hautjucken, Schwellung der Bindehaut und der Nasenschleimhaut, Reizhusten, allergischen Durchfall oder Atembeschwerden bis hin zu Atemwegserkrankungen erst aus.