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„Air“ Jordan wird 50 Die Aura des Erfolgs ist weg

 ·  Michael Jordan war einst der beste Basketballprofi der Welt und wertvollster Spieler der NBA. Doch Dreieinhalb Jahre nach seiner Aufnahme in die „Hall of Fame“ hat sich sein Bild in den Vereinigten Staaten gewandelt.

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© dpa Vergrößern Michael Jordan

Es ist erst dreieinhalb Jahre her, da reflektierte Michael Jordan vor einem erlesenen Kreis geladener Gäste über sein Leben. Der Anlass: die feierliche Aufnahme in die Ruhmeshalle des Basketballs, die Hall of Fame, in Springfield im Bundesstaat Massachusetts. Die Rede der Legende allerdings traf nicht den Ton jener bescheidenen, selbstironischen Dankesansprachen, die in Amerika bei solchen Gelegenheiten gehalten werden.

Denn er hatte noch ein paar uralte Rechnungen zu begleichen: Mit seinem einstigen High-School-Trainer, der die Unverfrorenheit besessen hatte, ihn nicht aufzustellen. mit dem Manager der Chicago Bulls, der seine eigene Rolle beim Aufbau des Erfolgsteams herausgestrichen hatte. Und so warnte er, ihn nicht noch einmal zu unterschätzen: „Ihr werdet vielleicht eines Tages aufschauen und mich mit 50 spielen sehen“, sagte er und registrierte, dass einige im Publikum grinsten. „Lacht nicht“, sagte er. „Sagt niemals nie.“

60 Millionen Dollar Werbeeinnahmen pro Jahr

Der Mann mit dem Spitznamen Air Jordan, der einst im Flug zum Korb die Schwerkraft zu überwinden schien, wird am 17. Februar 50 Jahre alt. Die Ankündigung, auch in diesem Alter noch auf Korbjagd zu gehen, hat er bisher nicht wahr gemacht. Sein letztes Basketballspiel bestritt er vor fast zehn Jahren am 16. April 2003 mit den Washington Wizards. Es war sein zweites und bisher letztes Comeback, nach einem erfolglosen Ausflug als Baseballprofi von 1993 bis 1995 und der Rückkehr zu den Chicago Bulls.

Mittlerweile ist Jordan Haupteigentümer der Charlotte Bobcats, und er ist wohl gut beraten, nicht aufs Spielfeld zurückzukehren. Der reichste ehemalige Sportler der Welt, der im Jahr 60 Millionen Dollar allein durch die Vermarktung seines Namens über den Sportausrüster Nike verdient, würde dieser Tage auf dem Platz von vielen NBA-Profis sicherlich gnadenlos attackiert. Viele erinnern sich noch daran, dass er bei der letzten Tarifauseinandersetzung zu den Verfechtern einer Aussperrung gehört hatte.

Weder als Teammanager der Wizards noch mit den Bobcats hat er an seine sportlichen Erfolge anknüpfen können. Das Team aus North Carolina gehört seit Jahren zu den schlechtesten der NBA. Deshalb hat sich das öffentliche Bild Jordans in den Vereinigten Staaten gewandelt.

Sicher, an den überragenden sportlichen Leistungen besteht kein Zweifel, sechs NBA-Titel mit den Chicago Bulls, zwei olympische Goldmedaillen mit dem Team der Vereinigten Staaten (1984, 1992), fünfmal „MVP“, wertvollster Spieler der NBA, aber ihn umgibt nicht mehr die Aura des Erfolgstyps. In Expertenkreisen hat schon vor ein paar Jahren die Suche nach dem „nächsten Michael Jordan“ aufgehört.

Das Spiel hat sich weiterentwickelt - dank neuer Typen wie Kobe Bryant, Dirk Nowitzki oder LeBron James. Der Star der Miami Heat übrigens gab vor einiger Zeit die Trikotnummer 23 ab, die er seit seiner Schulzeit aus Bewunderung für Jordan getragen hatte, und spielt nun mit der 6. Aus Respekt, wie er sagte. Die 23 solle die Liga gar nicht mehr vergeben, um jenen Mann zu würdigen, der diese Ziffer weltberühmt gemacht hatte. „Es gäbe keinen LeBron James, wenn da nicht Michael Jordan gewesen wäre.“

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