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Achtelfinale Das deutsche Team in der Einzelkritik

15.06.2002 ·  Oliver Kahn gewohnt sicher und ein angeschlagener Spielmacher unter seinen Möglichkeiten. Die deutschen Spieler in der Einzelkritik.

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Insgesamt schwache erste Halbzeit, bessere Zweite und mit Oliver Neuville den Mann des Tages in den eigenen Reihen. Die deutsche Mannschaft nach dem Arbeitssieg gegen Paraguay in der Einzelkritik.

Oliver Kahn: An seinem 33. Geburtstag musste der Münchner einige Male sein ganzes Können unter Beweis stellen. Vor allem in der 37. Minute verhinderte er mit einer Weltklasse-Parade gegen Jorge Campos einen möglichen Rückstand.

Torsten Frings: Der künftige Dortmunder agierte vor dem Seitenwechsel erstmals in der Viererkette und sicherte die rechte Außenbahn ab. Machte in ungewohnter Position ein gutes Spiel, ohne besonders zu glänzen. Nach Wiederanpfiff rückte der 25-Jährige wieder weiter ins Mittelfeld vor und sorgte für mehr Dampf über rechts.

Thomas Linke: Der Münchner Verteidiger musste sich abwechselnd mit seinem Vereinskollegen Roque Santa Cruz und Jose Cardozo auseinandersetzen, machte seine Sache insgesamt gut. Bislang beste WM-Leistung Linkes, der in der dritten Minute auch die erste deutsche Chance besaß.

Christoph Metzelder: Der Benjamin im deutschen Team rückte von der Manndeckerposition in der Viererkette auf die linke Seite und erfüllte zumindest seine Defensivaufgabe erneut sehr ordentlich. Für die Offensive tat der Dortmunder, der in der 60.Minute wegen einer Knöchelverletzung raus musste, aber sehr wenig.

Marko Rehmer: Der 30-Jährige spielte in seinem ersten WM-Spiel auf zentraler Position in der Viererkette und leistete sich einige Böcke, von denen einer beinah zum 1:0 für Paraguay durch Campos geführt hätte. In vielen Situationen merkte man dem Berliner an, dass ihm nach dreieinhalbmonatiger Verletzungspause Spielpraxis fehlte. Nach der Pause wurde der 30-Jährige durch Sebastian Kehl ersetzt.

Bernd Schneider: Dem Leverkusener war kein Weg zu weit, er konnte aber in der ersten Hälfte wenig Impulse geben. In der 47. Minute scheiterte der 28-Jährige mit einem Schuss aus acht Metern an Chilavert und spielte anschließend auch bedingt durch seinen Positionswechsel ins zentrale Mittelfeld weitaus besser und setzte einige Akzente. Bediente Neuville bei dessen Tor mustergültig.

Jens Jeremies: Die Arbeitsbiene aus München vertrat in der Defensive den gesperrten Dietmar Hamann einigermaßen passabel, seine Qualitäten als Antreiber ließ er aber durchweg vermissen.

Michael Ballack: Der künftige Münchner spielte trotz seiner muskulären Probleme an der Wade, ließ aber auch in seinem vierten WM-Spiel Führungsqualitäten vermissen. Begann gut, zeigte aber angesichts seiner Möglichkeiten eine eher enttäuschende Vorstellung.

Marco Bode: In seinem ersten Turnierspiel von Beginn an war der Bremer vor allem in der ersten Hälfte der agilste Spieler, wechselte ständig die Seite und war auch torgefährlich. In allen Belangen zunächst wesentlich effektiver als der gesperrte Christian Ziege, fiel nach der Pause aber ab.

Oliver Neuville: Der Leverkusener war aus taktischen Gründen für Carsten Jancker in die Mannschaft gekommen, hing aber vor allem vor der Pause ziemlich in der Luft, rieb sich zudem oft unnötig in Zweikämpfen auf. In der 62. Minute vergab der 29-Jährige eine gute Chance, avancierte dann mit seinem herrlichen Treffer nach Flanke von Schneider aber zum Matchwinner.

Miroslav Klose: Die WM-Entdeckung war die erste halbe Stunde kaum zu sehen, ehe er mit einem Volleyschuss in der 32. Minute erstmals auf sich aufmerksam machte. Der Kopfball-Spezialist bekam aber weder von links noch rechts brauchbare Flanken und war bis auf eine Szene in der 77. Minute zumeist auf sich allein gestellt.

Sebastian Kehl: Der 22-Jährige nahm nach seiner Einwechslung in der 46. Minute in seinem ersten WM-Spiel gleich die Rolle des Abwehrchefs ein, nachdem Teamchef Rudi Völler im zweiten Durchgang wieder von Vierer- auf Dreierkette umgestellt hatte. Der Dortmunder spielte ohne Nervosität einen souveränen Part.

Frank Baumann: Der Bremer kam nach einer Stunde für den verletzten Metzelder zu seinem ersten WM-Einsatz und löst seine Abwehraufgaben ohne Anlaufschwierigkeiten einigermaßen ordentlich. Schaltete sich bei Standardsituationen auch mit nach vorne ein.

Gerald Asamoah: Wurde in der 90. Minute aus taktischen Gründen für Neuville eingewechselt.

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