30.04.2005 · Der Meistertraum von Schalke 04 ist ausgeträumt, nach dem turbulenten 3:3 gegen Leverkusen muß Schalke 04 nun auch fürchten, die Qualifikation für die Champions League zu verpassen.
Der Tabellenzweite FC Schalke 04 muß nach dem 3:3 (3:1) gegen Bayer 04 Leverkusen weiter um die Champions-League-Teilnahme bangen. Vor 61.524 Zuschauern in der ausverkauften Arena „AufSchalke“ gelang den Platzherren, die seit 1997 nicht mehr gegen die Bayer-Elf gewonnen haben, am Samstag in der Fußball- Bundesliga abermals kein Erfolg.
Die Tore für Schalke erzielten Lincoln (30./37. Minute) und Ebbe Sand (41.), während für die Leverkusener Paul Freier (23.), Dimitar Berbatow (56.) und Andrej Woronin (64.)
erfolgreich waren. Die Gäste mußten nach dem Platzverweis für Roque Junior von der 66. Minute an mit zehn Akteuren spielen.
Ailton nur auf der Bank
„Das Ergebnis ist ein Witz“, polterte Schalkes Chefcoach Ralf Rangnick nach dem unglücklichen Remis. Dagegen war sein Kollege Klaus Augenthaler mit der Punkteteilung mehr als einverstanden. „Damit können wir auf Schalke sehr zufrieden sein.“
Rangnick, der sein Team nach zuvor vier Niederlagen in fünf Partien während eines Kurztrainingslagers wieder auf Vordermann bringen wollte, wartete schon vor dem Spiel mit einer Überraschung auf. Er ließ den brasilianischen Torjäger Ailton auf der Bank, der in der Woche erkältet war und außer Form ist. Dafür trumpfte sein Landsmann Lincoln auf. Der Regisseur gab dem anfänglich ungeordneten Schalker-Spiel die entscheidenden Impulse.
Lincoln trifft: Einmal links, einmal rechts
Diese unkonzentrierte erste Phase nutzte Bayer 04 zur Führung. Nach einem Freistoß von Bernd Schneider erzielte der ungedeckte Paul Freier aus Kurzdistanz das 1:0. Wenige Sekunden später hätte Bayer-Torjäger Dimitar Berbatow um ein Haar das 2:0 geschafft. Doch bei seinem spektakulären Schuß nur ein Meter von der Schalker Torauslinie entfernt war 04-Ersatztorwart Christofer Heimeroth, der für den verletzten Frank Rost aufgeboten wurde und erst sein viertes Bundesligaspiel absolvierte, auf dem Posten.
Für die Wende zu Gunsten der „Königsblauen“ sorgte fast allein Lincoln mit zwei Bilderbuch-Freistoßtreffen aus jeweils 18 Metern. In der 30. Minute schoß er den Ball ins rechte Eck, sieben Minuten später ebenso unhaltbar ins linke Eck an Bayer-Keeper Jörg Butt vorbei. Danach lief bei Leverkusen, das zuvor zwei Pflichtspiele gewonnen hatten, bis zum Pausenpfiff nichts mehr zusammen. Dies nutzte Ebbe Sand (41.) nach einem Querpaß von Gerald Asamoah zum 3:1-Halbzeitstand.
Nach dem Wiederanpfiff gewann die durch viele individuelle Fehler geprägte Begegnung an Dramatik, als Berbatow (56.) mit seinem 14. Saisontreffer das 2:3 erzielte, und Woronin (64.) sogar den Ausgleich schaffte. Mit einer Notbremse an Sand verhinderte Roque Junior (66.) zwar die erneute Schalker-Führung und erhielt dafür „Rot“. Pech hatte Lincoln in der 68. Minute als er den Pfosten traf.