21.02.2005 · Mit seinem ersten Dreierpack für Schalke 04 hat Torjäger Ailton sein Team im Titelrennen gehalten. „So kann es weitergehen. Wir wollen immer gewinnen und deutscher Meister werden“, sagte der Matchwinner.
Nach dem ersten Dreierpack für den FC Schalke 04 genoß Torjäger „Toni“ Ailton das Bad in der Menge. Als seine Mannschaftskameraden nach dem 3:1-Sieg bei Borussia
Mönchengladbach zum Auslaufen antraten, stand der Brasilianer umringt von 50 Medienvertretern in den Katakomben des Borussia-Parks und bestaunte seine zuvor erzielten Treffer auf dem Fernsehschirm.
„So kann es weitergehen. Wir wollen immer gewinnen und deutscher Meister werden“, sagte der Schalker Matchwinner, der sein Trefferkonto auf 99 schraubte und bereits jetzt der drittbeste ausländische Torschütze in der bisherigen Bundesliga-Geschichte ist.
„Ein Spieler, der sich wohlfühlen muß“
„Seit dem Weihnachtsurlaub ist er total locker und gelöst. Das war ja nicht immer so. Vielleicht hat dies seine Hochzeit bewirkt und die Tatsache, daß seine Familie hier ist“, sagte Ralf Rangnick nach Ailtons erstem dreifachen Torerfolg seit 15 Monaten. „Er ist ein Spieler, der viel aus dem Bauch macht und sich wohlfühlen muß“, befand Schalkes Trainer. Teamkollege Christian Pander meinte sogar: „Er ist einfach phänomenal. Wenn er so weitermacht, kann er Torschützenkönig werden.“
Der Instinkt des „Kugelblitzes“ weckte auch wieder die Titelambitionen der Revier-Elf, die dem punktgleichen Tabellenführer Bayern München weiter auf den Fersen ist. „Ich bin überzeugt, daß die Mannschaft genügend Qualität hat, um bis zum Ende der Saison ganz vorn mitzuspielen“, sagte Rangnick. „Das war ein big point“, jubelte Torhüter Frank Rost.
„Für uns ist jedes Spiel ein Finale“
Für Ailton steht der Titelgewinn sogar über einem persönlichen Erfolg. „Die Meisterschaft ist für mich 100prozentig wichtiger als die Torjägerkanone“, meinte der Brasilianer, dem vor der Pause das wichtige 1:1 nach der Gladbacher Führung durch einen vom Ex-Schalker Jörg Böhme verwandelten Foulelfmeter gelang. Zwei weitere sehenswerte Treffer (66./79.) des Brasilianers sicherten den Knappen den ersten Auswärtssieg des Jahres.
Mit dem selbstbewußten und cleveren Auftritt im ausverkauften Borussia-Park hat Schalke die Basis für die kommenden Aufgaben in der Meisterschaft, im DFB-Pokal und im Uefa-Cup-Rückspiel gegen Schachtjor Donezk gelegt. „Wenn wir so engagiert spielen wie heute, mache ich mir keine Gedanken, daß wir nicht weiterkommen könnten“, meinte Gerald Asamoah. Der Däne Ebbe Sand stellte fest: „Jetzt können wir auch verkraften, wenn mal zwei oder drei Spieler fehlen. Das ist gut, junge Leute als Alternative zu haben.“ Gemeint war damit auch der 19 Jahre alte Tim Hoogland, der für den verletzten Niels Oude Kamphuis erstmals zur Startelf zählte und eine gute Leistung bot.
Die Gladbacher hingegen sind nach zwei Niederlagen hintereinander wieder mitten in der Gefahrenzone angekommen. „Hoffentlich hat jetzt jeder verstanden, daß wir gegen den Abstieg spielen. Für uns ist jedes Spiel ein Finale“, sagte Trainer Dick Advocaat, dessen neu formiertes Team in der Defensive inklusive Torhüter Casey Keller Fehler am Fließband produzierte. „Die Mannschaft ist einfach noch nicht so weit“, befand der Niederländer. Sein Team habe halt nicht die Qualität wie Schalke oder Bremen, so Advocaat.