19.02.2005 · Mit dem vierten Sieg in Serie hat der Hamburger SV den Anschluß an die Spitzengruppe der Liga hergestellt. Nach sieben Spielen ohne Niederlage war das 1:2 für den 1. FC Kaiserslautern zu verschmerzen.
Der Hamburger SV hat seinen Siegeszug in der Fußball-Bundesliga fortgesetzt und den Höhenflug des 1. FC Kaiserslautern gestoppt. Die Mannschaft von Trainer Thomas Doll landete am Samstag vor 50.916 Zuschauern in der AOL-Arena in Hamburg mit dem 2:1 (2:0) gegen die Pfälzer ihren vierten Sieg in Serie.
Damit stehen die Norddeutschen zumindest für einen Tag und zum ersten Mal in dieser Saison auf dem erträumten Uefa-Cup-Platz. Naohiro Takahara (28. Minute) und Almami Moreira (40.) waren die Torschützen für den HSV, der nur phasenweise überzeugen konnte. Für die selbstbewußt auftretenden Pfälzer, die zum ersten Mal nach sieben Spielen ohne Niederlage wieder verloren, traf Halil Altintop (52.).
Jara: „Wir haben ein hervorragendes Spiel gemacht“
„Ein absolutes Kompliment an beide Mannschaften. Das macht Spaß, so Fußball zu sehen“, sagte Kaiserslauterns Trainer Kurt Jara nach der Niederlage an seiner alten Wirkungsstätte. Sein Gegenüber Thomas Doll, der unter Jara noch die Amateure des HSV trainiert hatte, lobte den disziplinierten Auftritt seines Teams. „Man muß Geduld haben und darf nicht auf Teufel heraus stürmen“, meinte Doll.
Im 82. Bundesliga-Duell der beiden Vereine, keine andere Paarung gab es in der Liga häufiger, waren die Gäste zunächst besser. Kaiserslautern präsentierte sich als beste Rückrunden-Mannschaft sehr forsch und hatte durch einen Kopfball von Ioannis Amanatidis (4.) und einen 18-Meter-Schuß von Altintop (5.) gleich zwei gute Chancen. Nach dem starken Beginn ließen die Angriffsbemühungen der Jara-Truppe nach. Erst nach dem 0:1 war der FCK wieder druckvoller: Amanatidis (33.) und Altintop (33.) mit einem satten Lattenschuß verpaßten den Ausgleich. „Wir haben die Chancen nicht genutzt, sonst ein hervorragendes Spiel gemacht“, sagte Jara.
Stets Gefahr durch Beinlich
Der HSV konnte dagegen nicht an die gute Leistung vom 2:1-Sieg über den VfB Stuttgart in der Vorwoche anknüpfen. Die Mannschaft von Doll, der vor 15 Jahren gegen die „Roten Teufel“ sein Bundesliga-Debüt gegeben hatte, leistete sich zunächst viele Abspielfehler und fand nur langsam zu ihrem Spiel. Der Schweizer Raphael Wicky, nach überstandenen Zahnproblemen wieder dabei, brachte die notwendige Ruhe in das Aufbauspiel der Hanseaten.
In der Defensive waren die Norddeutschen bei einigen Ecken und Freistößen der Gäste unsicher. „Bei Standardsituation haben wir Probleme gehabt“, erklärte Doll. Im Angriff war seine Elf dagegen sehr abgeklärt. Einen Freistoß von Stefan Beinlich (28.), der fast alle Standardsituationen der Hamburger ausführte, köpfte Takahara gegen die in dieser Szene schläfrig wirkende FCK-Hintermannschaft zum 1:0 ein. Auch beim 2:0 waren die Hamburger wacher. Nach einem Pfostenschuß von Daniel van Buyten staubte der für Mehdi Mahdavikia gekommene Almami Moreira mit seiner ersten guten Aktion ab (40.).
Mit Jancker kommt neuer Druck
Auch nach dem Seitenwechsel hatten die Pfälzer den besseren Start und wurden für ihr Engagement endlich belohnt. Nach einer schlechten Kopfball-Abwehr von Beinlich traf Altintop aus 16 Metern zum verdienten 1:2. Danach plätscherte das Spiel lange vor sich hin. Hamburg beschränkte sich darauf, das Ergebnis zu verwalten, Kaiserslautern, bei dem der eingewechselte Carsten Jancker für Belebung sorgte, konnte sich nicht mehr zwingend in Szene setzen. Auch die spannende Schlußphase brachten die Hanseaten unbeschadet über die Zeit.