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19. Bundesliga-Spieltag DFB streicht Berliner Referees von der Einsatzliste

28.01.2005 ·  Der DFB läßt die Berliner Schiedsrichter Lutz Michael Fröhlich und Manuel Gräfe an diesem Wochenende pausieren und setzt in einem „Ringtausch“ alle Unparteiischen neu an. Fröhlich und Gräfe sind Zeugen im Fall Hoyzer.

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Alle reden über Fußball, doch nur die wenigsten über das anstehende Bundesliga-Wochenende. Die Manipulations-Affäre um den inzwischen geständigen Schiedsrichter Robert Hoyzer hat den Titel-Dreikampf in den Hintergrund gedrängt.

Nicht die Profis aus München, Gelsenkirchen oder Stuttgart, sondern die Unparteiischen stehen am 19. Spieltag im Mittelpunkt des Interesses. Der Diskussion über die skandalösen Geschehnisse überdrüssig, sehnt der unlängst zum weltbesten Referee gewählte Markus Merk die Normalität herbei: „Wir sind alle froh, wenn es am Wochenende heißt: Anpfiff.“

Schiedsrichtertausch aus „Fürsorgepflicht“

Von einer Rückkehr in den Alltag kann allerdings nicht die Rede sein. Schließlich werden die Männer in Schwarz auf unbestimmte Zeit unter besonderer Beobachtung stehen. Nicht zuletzt deshalb hat Ligapräsident Werner Hackmann die Clubs in einem Schreiben aufgefordert, die Schiedsrichter mit Hilfe von Flugblättern oder Durchsagen demonstrativ zu stärken.

Zwei an der Aufdeckung des Skandals beteiligte Unparteiische wurden vorsorglich ausgetauscht: Auf Empfehlung von Hackmann und in Absprache mit dem Geschäftsführenden DFB-Präsidenten Theo Zwanziger strich Schiedsrichter-Chef Volker Roth die Berliner Lutz Michael Fröhlich und Manuel Gräfe von der Einsatzliste. „Beide gehören zu den Zeugen, die den DFB-Schiedsrichterausschuß von den Manipulations-Vorwürfen gegen Hoyzer informiert haben. Nach internen Diskussionen gebietet es die Fürsorgepflicht des DFB gegenüber seinen Schiedsrichtern, sie an diesem Wochenende aus Sicherheitsgründen pausieren zu lassen“, heißt es in einem DFB-Schreiben vom Freitag.

Profis in Nebenrolle

Fröhlich sollte die Partie Kaiserslautern - Schalke, Gräfe das Spiel Dortmund - Mönchengladbach leiten. Diese Entscheidung führte zu einer kompletten Schiedsrichter-Neuansetzung für den Spieltag.

Schon vor dem ersten Anpfiff wird deutlich, daß die Profis am Wochenende nur die Begleitmusik spielen. Dabei könnte sich die Situation an der Tabellenspitze zuspitzen. Gesetzt den Fall, die bisher führenden Teams aus München und Gelsenkirchen patzen bei ihren Auswärtsspielen in Berlin und Kaiserslautern, winkt dem VfB die Möglichkeit, mit einem Sieg im vermeintlich leichteren Heimspiel gegen Nürnberg gleichzuziehen. Trainer Matthias Sammer beschwor seine Profis, diese Chance nicht leichtfertig zu verspielen: „Das wird eines der wichtigsten Charakterspiele für uns.“

Schalke will den Druck erhöhen

Anders als Sammer muß Bayern-Coach Felix Magath sich nicht darum sorgen, daß sein Team den Gegner auf die leichte Schulter nimmt. Dafür ist der Respekt in München vor der aufstrebenden Hertha zu groß. „Wir werden sie bestimmt nicht unterschätzen und wollen da weitermachen, wo wir gegen Hamburg aufgehört haben“, sagte Mittelfeldspieler Hasan Salihamidzic. Die Rückkehr des zuletzt gesperrten Michael Ballack soll am Sonntag dazu beitragen, daß der FC Bayern sich besser verkauft als beim 1:1 im Hinspiel.

Vor einer ähnlich schweren Aufgabe wie der Rekordmeister steht der punktgleiche Verfolger Schalke. Ein Sieg in Kaiserslautern könnte zumindest für 24 Stunden zur Tabellenführung verhelfen und den Druck auf die Bayern erhöhen. Für zusätzliche Brisanz sorgt die Rückkehr von Spielmacher Lincoln: Wegen der unerklärlichen Diskrepanz zwischen seinen Leistungen in seinem neuen und alten Verein kursierten zuletzt Vorwürfe, der Brasilianer habe bewußt auf eine Trennung gedrängt. Lincoln sprach deshalb von „unfaßbaren Beschuldigungen“ und hat sich für die Partie auf dem Betzenberg besonders viel vorgenommen. Zumindest die Statistik verheißt Gutes: Seit acht Spielen hat Schalke nicht mehr gegen Kaiserslautern verloren.

Kellerderby im Westfalenstadion

Von ähnlich erfreulichen Bilanzen können die Profis aus Freiburg derzeit nur träumen. In den vergangenen neun Punktspielen gelang dem Team von Trainer Volker Finke nicht ein Sieg. Bleibt das Erfolgserlebnis auch im Heimspiel gegen Wolfsburg aus, rückt die Rettung in unerreichbare Ferne. Ähnlich prekär ist die Ausgangslage bei Hansa Rostock (in Bremen) und beim VfL Bochum (in Leverkusen). Das eigentliche Keller-Derby steigt jedoch im Westfalenstadion: Mit einem Sieg gegen Mönchengladbach will der Tabellen-14. aus Dortmund einen großen Schritt aus der Krise tun. „Sollten wir Gladbach nicht schlagen, hätten die drei Punkte aus Wolfsburg nichts gebracht“, meinte BVB-Mittelfeldspieler Sebastian Kehl.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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