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15. Etappe der Tour de France Schleck gewinnt erste Alpen-Bergankunft

18.07.2006 ·  Der Luxemburger Frank Schleck hat bei der Tour de France die erste Alpenankunft gewonnen. Er setzte sich nach 187 Kilometern zwischen Gap und L'Alpe d'Huez im Alleingang durch. Der Amerikaner Floyd Landis hat das Gelbe Trikot zurückerobert.

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Unter den Augen von Tour-Gast Lance Armstrong hat sich dessen Landsmann Floyd Landis bei der Fahrt nach l'Alpe d'Huez am Dienstag wieder in die Führungs- Position geschoben. Im Ziel der 15. Etappe der 93. Tour de France verlor der Spanier Oscar Pereiro sein Gelbes Trikot um zehn Sekunden an den als Etappen-Vierter angekommenen Amerikaner.

Frank Schleck hat die erste Bergankunft in den Alpen gewonnen. Der Luxemburger vom dänischen CSC-Team setzte sich nach 187 km mit elf Sekunden Vorsprung vor dem Italiener Damiano Cunego durch. T-Mobil-Kapitän Andreas Klöden aus Kreuzlingen wurde nach dem legendären Schlußanstieg mit 21 Kehren über 13,8 Kilometer Länge Fünfter und verbesserte sich in der Gesamtwertung auf Rang sechs.

Vor der zweiten Alpen-Etappe am Mittwoch nach La Toussuire liegt Klöden 2:29 Minuten hinter dem früheren Armstrong- Helfer Landis. „Jetzt ist es möglich für mich. Ich habe heute nicht attackiert, sondern das Feld und die Favoriten nur kontrolliert“, sagte Landis. „Klöden scheint mir jetzt mein ärgster Konkurrent zu sein.“

Weniger Fans als sonst

Der Luxemburger Frank Schleck vom CSC-Team, im April Gewinner des Amstel Gold Race, holte sich den Tagessieg im Alleingang. Bis drei Kilometer vor dem Ziel konnte noch Damiano Cunego (Italien) an seiner Seite vom prestigeträchtigen Sieg in L'Alpe d'Huez träumen. Der Anstieg in den 1850 Meter hoch gelegenen Skiort, wo Schleck als erster Luxemburger gewann, stand zum 25. Mal auf dem Tour-Programm.

Lange Zeit hatte eine 14- bis 18-köpfige Spitzengruppe, in der auch Fabian Wegmann und Etappensieger Jens Voigt fuhren, das Geschehen bestimmt. Aber als das legendäre Finale auf dem 13,8 Kilometer langen Schlußanstieg nach L'Alpe d'Huez anstand, änderte sich die Situation. Die Steigung mit den 21 Kehren, an der diesmal weniger Zuschauer als sonst üblich ihr „Tour-Festival“ mit Alkohol und lauter Rockmusik feierten, nahmen nur noch die sieben stärksten der Ausreißergruppe an der Spitze in Angriff.

Markus Fothen weiter in Weiß

„Großes Lob meinem gesamten Team - die sind heute toll gefahren, besonders Matthias Kessler“ sagte Klöden im Ziel: „Ich habe gestern Nacht von L'Alpe d'Huez geträumt. Leider ist der Traum nicht ganz in Erfüllung gegangen, aber ich bin mit dem heutigen Tag zufrieden.“

Sein Landsmann Markus Fothen vom Team Gerolsteiner mußte am Dienstag zum ersten Mal bei seinem Debüt der Tour Tribut zollen und verlor 5:16 Minuten auf Schleck und seinen 12. Rang im Gesamtklassement. Er verteidigte aber sein Weißes Trikot als bester Nachwuchsfahrer.

Tom Boonen hat aufgegeben

Am Fuß des Lautaret gab Weltmeister Tom Boonen, der auf den Flachetappen vergeblich einem fest eingeplanten Etappensieg hinterher gefahren war, rund 75 Kilometer vor dem Ziel auf. Damit verabschiedete sich der 25-jährige Belgier auch endgültig von seinen Träumen auf das erste Grüne Trikot seiner Karriere. Boonen, der an einem Magen- und Darminfekt litt, hatte die Tour auch im Vorjahr nach einem Sturz vorzeitig verlassen müssen. Er hatte von der dritten bis zur sechsten Etappe Gelb getragen.

Fünf Tage vor dem Finale auf den Champs-Elysees in Paris steht am Mittwoch eine weitere Königs-Etappe auf dem Programm. Die 182 km lange Achterbahnfahrt von Bourg d'Oisans nach Savoyen in den Wintersport-Ort La Toussuire führt über zwei Gipfel der höchsten und einen der zweiten Kategorie bis zur Bergankunft auf dem Alpen-Hochplateau.

Armstrong fühlt sich unverstanden

Vor dem Start waren bei 23 Fahrern Blut-Kontrollen durchgeführt worden, darunter auch beim Team Gerolsteiner. Es gab keine Auffälligkeiten. Der im Vorjahr zurückgetretene und danach mit konkreten Doping-Vorwürfen konfrontierte Seriensieger Lance Armstrong saß im Begleitfahrzeug seines ehemaligen Discovery-Channel-Teams.

Den Texaner, zu einem Drittel Mitbesitzer des Teams, verbindet mit Frankreich eine Art Hassliebe. „Die Franzosen verstehen meinen Humor nicht“, sagte Armstrong im Startort Gap. „Willkommen Arschloch“ hatte die französische Tageszeit France Soir mit Riesenlettern auf Seite 1 unter einem Armstrong-Foto getitelt. Eine Anspielung, denn Armstrong hatte vor einigen Tagen im amerikanischen Fernsehen über Frankreichs Fußball-Nationalmannschaft gelästert: „Die französischen Fußballer wurden doch alle positiv getestet - als Arschlöcher.“

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa, sid
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