08.08.2006 · Nach einem „Friedensgespräch“ haben die 10.000-Meter-Läuferinnen Sabrina Mockenhaupt und Irina Mikitenko ihren Streit bei der EM beendet. „Wir haben zwei verschiedene Meinungen über die Taktik und dabei bleiben wir auch. Doch wir wollen keinen 'Zickenkrieg'.“
Nach einem „Friedensgespräch“ haben die beiden 10.000-Meter-Läuferinnen Sabrina Mockenhaupt und Irina Mikitenko ihren Streit bei der Leichtathletik-Europameisterschaft in Göteborg beendet. „Wir haben zwei verschiedene Meinungen über die Taktik und dabei bleiben wir auch. Doch wir wollen keinen Zickenkrieg“, sagte die Kölnerin Mockenhaupt am Dienstag nach einer Aussprache. Der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), Clemens Prokop, hatte die beiden nationalen Kontrahentinnen an einen Tisch gebracht.
„Wir sind auf dem Weg, einen richtigen Teamgeist zu finden“, sagte er nach dem von ihm moderierten Gespräch, bei dem er an das Fair Play appellierte, im Mannschaftsquartier. Auslöser war ein Wutausbruch von Irina Mikitenko nach dem Finale am Montag abend. Die nationale Langstrecken-Doppelmeisterin hatte sich geärgert, weil sich ihre nationale Kontrahentin nur in ihrem Windschatten bewegte und sie selbst nach langer Führungsarbeit Neunte wurde, während Mockenhaupt im Schlußspurt noch vorbeizog und Platz acht belegte.
„Es tut mir leid, ich wollte mich nicht streiten“
„Ich hätte auch etwas für die Tempoarbeit machen müssen. Es tut mir leid, ich wollte mich nicht streiten“, sagte „Mocki“. Sie habe sich nach ihrer kurz vor der EM auskurierten Verletzung, einen Ermüdungsbruch im linken Oberschenkel, aber nicht in der Lage gesehen, die Initiative zu ergreifen. „Im Langstreckenlauf geht so etwas nicht“, meinte hingegen Mikitenko.
Ihre Aufforderung zur Führungsarbeit war bei Mockenhaupt jedoch auf taube Ohren gestoßen. Sie konzentrierte sich darauf, das interne Duell für sich zu entscheiden, was ihr in der Endphase mit über vier Sekunden Vorsprung als Achte auch gelang. „Ich hätte gerne mit Sabrina zusammengearbeitet, wir hätten insgesamt zwanzig Sekunden schneller laufen können“, sagte Mikitenko.
Mockenhaupt mußte sich schon bei den deutschen Meisterschaften vor zwei Jahren in Braunschweig einen ähnlichen Vorwurf von Mikitenko gefallen lassen und wies die Rolle des Sündenbocks zurück: „Sie hat sich zu Unrecht beschwert, mehr ging bei mir nicht. Irina wollte auf Zeit laufen, ich ein Meisterschaftsrennen. Sie hatte eindeutig mehr drauf als ich.“ DLV-Disziplintrainer Detlef Uhlemann hatte die EM-Zweite im Cross während des Laufes ebenfalls zur Mitarbeit aufgefordert. „Ich hätte mir gewünscht, daß sie sich abgewechselt und gegenseitig geholfen hätten“, betonte er.