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1. FC Kaiserslautern „Schalke-Modell“ und WM-Verzicht sollen helfen

 ·  Um den Lizenzentzug abzuwenden, will der 1. FC Kaiserslautern Zuschauereinnahmen verpfänden. Politiker fordern zudem den Verzicht als WM-Standort.

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Das Damoklesschwert Lizenzentzug kreist über dem 1. FC Kaiserslautern, doch Vorstands-Boss Rene C. Jäggi versucht mit immer neuen Ideen den drohenden „Super-Gau“ beim abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten noch abzuwenden.

Am Dienstag tagte zunächst der Haushalts- und Finanzausschuss des rheinland-pfälzischen Landtags, um zu prüfen, ob weitere Bürgschaften oder Garantieerklärungen zugunsten des FCK möglich sind. Zudem entwickelte Jäggi die Idee, einen Investor zu finden, der für Zuschauereinnahmen der nächsten 24 Jahre als Gegenleistung vorab wie beim „Schalke-Modell“ 85 Millionen Euro zahlt.

Keine weiteren Millionen-Zuschüsse

„Ein interessantes Finanzierungsmodell,“ meinte der FCK-Boss im Interview mit Sport-Bild. Zwar käme laut Jäggi diese Maßnahme zum jetzigen Zeitpunkt zu früh für die Pfälzer, erste Gespräche mit dem Erfinder des Modells haben aber bereits stattgefunden: „Wir haben uns deshalb bereits bei Stephen Schechter nach Details, auch im Zusammenhang mit dem FCK, erkundigt.“ Der Eigenanteil des Clubs beläuft sich auf bislang knapp 20 Millionen Euro. Ohne Rücksicht auf den Steuerzahler verlangt Jäggi vor allem von den Politikern eine noch intensivere finanzielle Unterstützung.

Doch die hat Ministerpräsident Kurt Beck als erklärter Sympathisant und Mitglied des Clubs kürzlich gerade verweigert. Weitere Millionen-Zuschüsse scheinen politisch kaum vertretbar. Die Landtagsfraktion der rheinland-pfälzischen Grünen ist strikt gegen die Vergabe weiterer Landesmittel. Wenn andere wichtige Maßnahmen wie Jugend- oder Erziehungshilfe gestrichen würden, könnten dem Verein nicht weitere Millionen zur Verfügung gestellt werden, sagte Grünen-Fraktionschefin Ise Thomas.

„Unsicherer WM-Spielort“

Die Grünen-Politikerin verwies darauf, dass allein in den 90er Jahren 17 Millionen Euro öffentlicher Mittel bereitgestellt worden seien. Nun würden für den Stadionausbau noch einmal weitere 28 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Thomas forderte den FCK auf, seine Finanzen offen zu legen, weitere Sponsoren zu finden und seine Kosten zu reduzieren. Überhaupt sei noch „unsicher“, ob das Fritz-Walter-Stadion WM-Spielort werden könne.

Dass der Betzenberg unbedingt Austragungsort 2006 sein musste, ist nach Jäggis Ansicht nicht alleine auf Ansinnen des FCK, sondern insbesondere von Seiten der Politiker in die Wege geleitet worden. „Warum muss das schwächste Glied in der Kette, der Verein, am meisten in Vorleistung gehen? Derzeit leidet der FCK auf Grund der wirtschaftlichen Misere am meisten darunter, dass Kaiserslautern WM-Standort ist“, meinte Jäggi weiter.

OK kann auf Verliererstädte zählen

Das Organisationskomitee gibt sich in dieser Frage noch gelassen: Horst R. Schmidt verweist darauf, noch „keine Signale aus Kaiserslautern“ empfangen zu haben. Gleichwohl wäre der Notplan einfach. „Die drei Verliererstädte, Düsseldorf, Bremen und Mönchengladbach haben allesamt ihre Bereitschaft gezeigt, als Ersatz parat zu stehen“, stellte der OK-Vizepräsident heraus.

Jäggi kritisierte Äußerungen von Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß und Leverkusens Manager Reiner Calmund. Im Zuge der von Jäggi einbehaltenden Spielergehälter beim FCK hatten sich beide kritisch über diese Vertragseingriffe geäußert. „Hoeneß und Calmund sind zwar anerkannte Fachleute, aber beide haben ihre eigenen Probleme. Ich bin auch nicht mit allem einverstanden, was die beiden Herren sagen und tun, aber darüber rede ich nicht“, sagte Jäggi.

Ärger durch Djorkaeff

Für noch mehr Ärger finanzieller Art sorgt derzeit auch noch das ehemalige Lauterer „enfant terrible“ Youri Djorkaeff. Der französische Fußball-Nationalspieler fordert vom mit rund 30 Millionen Euro verschuldeten FCK eine Nachzahlung in Höhe von 300.000 Euro.

Bereits seit einigen Wochen liegt das Schreiben von Djorkaeffs Anwalt bei den Pfälzern auf dem Tisch, doch FCK-Vorstand Rene C. Jäggi ist offenbar der Ansicht, dass der Franzose vom englischen Premier-League-Klub Bolton Wanderers keine Ansprüche mehr auf entgangene Prämien hat. „Nach unserer Meinung, die sich mit der DFL deckt, sind Fristen abgelaufen, so dass Djorkaeff keine Ansprüche mehr hat“, sagte Jäggi.

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