13.11.2009 · Schon im Kindergarten lernt der Mensch, dass bei Dreien einer zu viel ist. Steinmeier hofft trotzdem auf die Chance, sich auf dem Parteitag in Dresden den selbst ernannten SPD-Rettern Gabriel und Frau Nahles anzunähern.
Von Georg Paul HeftySchon im Kindergarten lernt der Mensch, dass bei Dreien einer zu viel ist. Geht es gut, so wechseln die Zweierbündnisse und geben reihum jedem die Chance, eine Zeitlang nicht der Dritte zu sein; geht es schlecht, bleibt immer derselbe der Dritte.
Ob es in der SPD wie im Kindergarten zugeht, wird sich in diesen Tagen klären. Gabriel und Frau Nahles stehen sich ideologisch wie auch organisatorisch näher als Gabriel oder Frau Nahles Steinmeier. Mental muss das aber nicht so sein und auch nicht so bleiben. Der Fraktionsvorsitzende will zunächst den Graben zwischen sich und Müntefering, den im Wesentlichen er wieder zum Vorsitzenden gemacht hatte, vertiefen.
Dazu dient ihm die Forderung, die Rentenregel „67“ zu überprüfen, die ganz eng und allein mit Münteferings Namen verbunden ist. Hier hat die SPD gut fordern, denn eine Mehrheit zur Änderung bekommt sie jetzt nicht, und von 2012 an läuft ein gewisser Automatismus ab, der nur von einer großen Koalition aufzuhalten wäre. Steinmeier aber bietet sich so die Chance, sich den Parteirettern Gabriel und Frau Nahles anzunähern.
Georg Paul Hefty Jahrgang 1947, in der politischen Redaktion verantwortlich für „Zeitgeschehen“.
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