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Spanische Royals : Der König ist wieder da

  • -Aktualisiert am

König Juan Carlos (rechts) und Königin Sofia begrüßen den Dichter José Manuel Caballero Bonald, der in diesem Jahr den Cervantes-Preis erhielt. Bild: dpa

Der Schwiegersohn von Juan Carlos darf reisen, und Freundin Corinna bleibt unbehelligt. Ob Königstochter Cristina in der Affäre um den Missbrauch öffentlicher Gelder aussagen muss, entscheidet ein Untersuchungsgericht.

          Die Nachrichten aus dem spanischen Königshaus fallen noch immer gemischt aus. Erfreulich für die parlamentarische Monarchie ist, dass Juan Carlos I. knapp zwei Monate nach einer dreifachen Bandscheibenoperation wieder seinen royalen Geschäften nachgeht - und zwar schlanker und ohne Krücken. Auch sein unter Korruptionsverdacht stehender Schwiegersohn Iñaki Urdangarin darf mit dem Plazet des Staatsanwalts immerhin vorerst seinen Reisepass behalten, wird aber wahrscheinlich nicht als Hilfs-Handballtrainer in das Emirat Qatar auswandern.

          Die Königstochter Cristina, Urdangarins Frau, könnte, weil auch sie in der Affäre um den Missbrauch öffentlichen Geldes inzwischen für „verdächtig“ erklärt wurde, gegenwärtig ohnehin nicht umziehen. Denn am 6. Mai entscheidet erst einmal der Untersuchungsrichter José Castro, ob die Infantin nicht doch als erstes direktes Mitglied der Königsfamilie persönlich aussagen muss.

          Corinna kann aufatmen

          Schließlich ist da noch des Königs „enge Freundin“ Corinna Prinzessin zu Sayn-Wittgenstein. Sie kann aufatmen, weil die spanische Regierung zwar unverändert bestreitet, dass sie, wie sie sagte, dem Staat in „delikaten Angelegenheiten“ uneigennützige Hilfe geleistet habe. Die Regierung des Ministerpräsidenten Mariano Rajoy will jedoch auf rechtliche Schritte gegen sie verzichten, weil das denn doch nicht „im allgemeinen Interesse“ sei. Letzteres kann jedoch der grün-kommunistische Parteiführer Cayo Lara, der unermüdlich an der Wiedereinführung der Republik arbeitet, gar nicht finden. Er glaubt vielmehr, dass die Konservativen im Schulterschluss mit den oppositionellen Sozialisten wieder einmal nur „das Königshaus schützen“ wollten.

          In welchem Maß der König noch seinen in formeller Hof-Quarantäne gehaltenen Schwiegersohn schützen mag, ist schwer abzuschätzen. Das Projekt Qatar, wo der ebenfalls spanische Nationaltrainer Valero Rivera seinen alten Sportsfreund Urdangarin vor der Weltmeisterschaft am Golf im Jahr 2015 als Stellvertreter anheuern wollte, scheint gestorben. Zwar hat Staatsanwalt Pedro Horrach, weil er keine „unmittelbare Fluchtgefahr“ erkennen konnte, einen Antrag abgelehnt, dem Herzog von Palma den Pass zu entziehen. Aber Urdangarin hat zum einen keine Trainerlizenz. Und zum anderen hat der König, als er vor kurzem im Einsatz für die marode spanische Wirtschaft dem Emir Hamad Bin Jalifa al-Thani elf Schiffe für seine Marine zum Kauf anbot, für ihn offenbar kein warmes Wort eingelegt.

          Der König ist leichter geworden

          So aufgeräumt, wie er am Vortag den Dichter und Cervantes-Preisträger José Manuel Caballero Bonald empfangen hatte, gewährte Juan Carlos am Dienstag dem slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico die zweite Audienz während des Genesungsprozesses. Mit gutem Humor hatte der 75 Jahre alte Monarch dem 86 Jahre alten Poeten attestiert, dass er „in besserer Verfassung als ich“ sei, dann aber versichert, er sei schon wieder so hergestellt, dass er bald wieder „auf den Putz hauen“ werde. Es war ihm anzumerken, dass er, auch dank einer täglich vierstündigen Physiotherapie, um einige Pfunde leichter geworden ist. Weil er allem Anschein nach auch die Schmerzbehandlung mit Kortison absetzen konnte, wirkte sein Gesicht weniger aufgedunsen als in den vergangenen Monaten.

          Das Königshaus bedarf derweil intensiver Imagepflege. Denn sogar die Beliebtheit des in der Bevölkerung weithin angesehenen Königs hat nach einer neuen Umfrage durch Fehltritte und Affären empfindlich gelitten. Vor allem die junge Generation der Spanier, die seine Verdienste als „Retter der Demokratie“ bei einem Putschversuch neofranquistischer Militärs vor drei Jahrzehnten nur noch als vage Schulbuch-Erinnerung kennen, zweifeln zunehmend am Nutzen der Krone.

          Sonderformel für ein Transparenz-Gesetz

          In einer neuen Transparenz-Übung, die vom Palast angeregt wurde, will das Königshaus nun noch mehr Detailinformationen über seine Einkünfte und Ausgaben liefern. In Verhandlungen mit der Regierung geht es um eine Sonderformel für ein Transparenz-Gesetz, das die jährliche Alimentation der Krone von rund acht Millionen Euro betrifft. Die Durchsichtigkeit dürfte sich jedoch in Grenzen halten, weil nicht etwa der spanische Rechnungshof, sondern ein interner Prüfer für den Blick in die Hofkasse zuständig sein soll.

          Was dabei ausgeklammert werden dürfte, ist das nicht bekannte Privatvermögen des Königs. Inzwischen hat sich aber zumindest der meiste Staub über Juan Carlos’ Erbe von seinem Vater Juan de Bourbon wieder gelegt. Dieser hatte in seinen Exil-Jahren umgerechnet knapp acht Millionen Euro in der Schweiz deponiert. Sie wurden, wie die königliche Buchhaltung energisch versichert, damals ordnungsgemäß in Spanien versteuert. Und inzwischen ist die Angelegenheit ohnehin verjährt.

          Quelle: F.A.Z.

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