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Smartphone und Co. Führungskräfte sind ständig erreichbar

Die Mehrheit der deutschen Unternehmen kennt keine Regeln für den Gebrauch digitaler Medien nach Feierabend. Die Folge: Manager können nicht mehr abschalten.

© dpa Vergrößern Keine dienstlichen Mails im Urlaub: Für viele Führungskräfte ist dies bislang nur ein Wunsch.

Führungskräfte sollen eigentlich ein Vorbild sein im Umgang mit modernen Kommunikationsmitteln und den Mitarbeitern vorleben, dass Smartphone und Co. auch mal ausgemacht werden können. Vor allem in der Freizeit. Doch wie eine aktuelle Studie zeigt, können gerade die Mittelmanager besonders schlecht abschalten. Demnach sind neun von zehn Führungskräften wochentags regelmäßig nach Feierabend für ihr Unternehmen zu erreichen. Für mehr als 70 Prozent gilt dies auch an den Wochenenden und für 58 Prozent auch im Urlaub.

Sven Astheimer Folgen:  

Aus Sicht des Berufsverbandes „Die Führungskräfte“, der die Umfrage unter 1000 Managern zusammen mit der Krankenkasse GEK in Auftrag gegeben hatte, sind die Zeichen alarmierend. „Die Führungsaufgabe kann es durchaus erfordern, auch in der Freizeit erreichbar zu bleiben“, sagt Ulrich Goldschmidt, Hauptgeschäftsführer des Verbandes. Dies könne aber kein Dauerzustand sein. „Auch für Führungskräfte gibt es keine Verpflichtung zu ständiger und unbeschränkter Verfügbarkeit.“

Betriebliche Regelung statt neuem Gesetz

Rund zwei Drittel der Führungskräfte glauben, dass die ständige Erreichbarkeit sich auf die Gesundheit niederschlage. Der Führungskräfteverband fordert deshalb ein Umdenken in den Unternehmen, das vom Topmanagement vorgelebt werden müsse. Denn entgegen vieler Sonntagsreden scheinen die meisten Arbeitgeber bisher wenig gegen die steigende Belastung zu tun. Mehr als 80 Prozent der Befragten gaben an, dass es in ihrem Unternehmen keine Maßnahmen zur Einschränkung der ständigen Erreichbarkeit gebe. Am besten fänden es die Chefs, wenn  der eigene Betrieb eine Beschränkung finden und etwa dienstliche Telefonate und Mails nach Feierabend nur in begründeten Fällen zulassen würden. Eigene gesetzliche Regeln, wie sie die DGB-Gewerkschaften fordern, hält die Mehrheit dagegen für nicht zielführend.

Quelle: F.A.Z.

 
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