Die von Weltrekordler Paul Biedermann angeführte deutsche Freistil-Staffel hat bei den Olympischen Spielen eine Medaille über 4 x 200 Meter nach großem Kampf knapp verpasst. Das Quartett mit Startschwimmer Biedermann, Dimitri Colupaev, Tim Wallburger und Clemens Rapp belegte am Dienstagabend in London in 7:06,59 Minuten den vierten Platz.
Olympiasieger wurden wie vor vier Jahren in Peking die Amerikaner mit ihren Stars Ryan Lochte und Michael Phelps in 6:59,70 Minuten klar vor Frankreich und China. Phelps ist mit 19 Medaillen nun der alleinige olympische Rekordhalter.
Bisher waren es wirklich nicht die Spiele des Michael Phelps: Platz vier über 400 Meter Lagen und Silber in der Freistilsprintstaffel, das ist für nach Peking 2008 14-maligen Olympiasieger schon ziemlich nahe am Fehlstart. Am Dienstagabend hatte der Amerikaner die nächsten beiden Chancen auf sein erstes Gold bei seinen letzten Spielen in London.
Phelps schreibt Geschichte
Doch auch auf seiner Lieblingsstrecke, den 200 Meter Schmetterling, blieb ihm nur Silber: In 1:53,01 Minuten musste er sich hauchdünn, wegen des schlechteren Anschlags, dem Südafrikaner Chad Le Clos (1:52,96) geschlagen geben - und das, nachdem er fast das ganze Rennen über in Führung gelegen hatte.
Eine Stunde später stand Phelps wieder auf dem Startblock, mit der amerikanischen Staffel - und diesmal klappte es mit dem Olympiasieg: In 6:59,70 Minuten gewannen die Amerikaner vor Frankreich (7:02,77). Damit wurde der 27 Jahre alte Weltstar zum erfolgreichsten Sportler der olympischen Geschichte. Denn es waren die Medaillen Nummer 18 und 19 für Michael Phelps, und das hieß: Er überflügelte die bisherige Olympia-Rekordhalterin, die russische Turnerin Larissa Latynina, die es in ihrer Karriere auf 18 Medaillen gebracht hatte.15 Olympiasiege, zwei Silber-, zwei Bronzemedaillen.
Die 16-jährige Chinesin Ye Shiwen hat bei ihrem zweiten Olympiasieg in London ihren zweiten Weltrekord verpasst. Über 200 Meter Lagen blieb sie in 2:07,57 Minuten mehr als eine Sekunde über der seit drei Jahren bestehenden Bestmarke der Amerikanerin Ariana Kukors von 2:06,15 Minuten. Silber gewann die Australierin Alicia Coutts in 2:08,15 Minuten vor der Amerikanerin Caitlin Leverenz, die nach 2:08,95 anschlug.
Marco Koch und Christian vom Lehn haben den olympischen Endlauf über 200 Meter Brust verpasst. Der WM-Dritte vom Lehn aus Wuppertal scheiterte am Dienstagabend in London in 2:10,50 Minuten auf Halbfinal-Platz zwölf. Der Darmstädter Koch schwamm in 2:10,73 Minuten als Halbfinal-13. ebenfalls klar am Finale vorbei. „Schade, das war das Beste, was ich machen konnte“, sagte Koch. Er wird auch vom früheren Bundestrainer Dirk Lange betreut. Als Halbfinal-Schnellster geht der britische Lokalmatador Michael Jamieson (2:08,20) in den Endlauf an diesem Mittwochabend.
Die Amerikanerin Allison Schmitt hat die Goldmedaille über 200 Meter Freistil gewonnen. Die 22-jährige Schwimmerin siegte am Dienstag in London überlegen in der olympischen Rekordzeit von 1:53,61 Minuten. Zweite wurde die 400-Meter-Olympiasiegerin Camille Muffat aus Frankreich in 1:55,58 Minuten vor der Australierin Bronte Barratt, die nach 1:55,81 anschlug.
