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Schlampige Pfändungen Amerikanische Banken sollen Milliarden-Entschädigung zahlen

09.02.2012 ·  Das Washingtoner Justizministerium hat sich offenbar mit großen amerikanischen Banken verglichen: Für fehlerhafte Pfändungen in der Immobilienkrise sollen Milliarden Dollar Entschädigung fällig werden.

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© REUTERS Leer stehendes Haus bei Phoenix in Arizona: Schecks für Hausbesitzer

Hunderttausende schuldengeplagte Amerikaner können auf Erleichterung hoffen: Nach Medienberichten hat sich das Justizministerium in Washington mit fünf großen Kreditinstituten des Landes auf einen 26 Milliarden Dollar schweren Vergleich verständigt. Demnach können Hausbesitzer mit Schecks von jeweils 1500 bis 2000 Dollar rechnen sowie mit verbesserten Kreditbedingungen.

Die Hilfen summierten sich nach letzten Schätzungen auf 20.000 Dollar je Einzelfall, berichtete die „New York Times“ in ihrer Donnerstagausgabe. Justizminister Eric Holder hat für 10 Uhr Ortszeit zu einer Pressekonferenz geladen. Details des Vergleichs nannte er in der Einladung nicht.

Nach Angaben des „Wall Street Journal“ handelt es sich bei den Kreditinstituten um die Bank of America, die Citigroup, JPMorgan Chase, Wells Fargo und Ally Financial. Die Banken selbst äußerten sich nicht.

Hintergrund des Vergleichs sind fehlerhafte Zwangsvollstreckungen von Häusern sowie die hohen Kreditbelastungen vieler Amerikaner. Vor dem Jahr 2007 waren die Häuserpreise immer weiter gestiegen und leichtfertig Kredite vergeben. Dann platzte die Immobilienblase: Die teuer gekauften Eigenheime verloren rasant an Wert und die gleichzeitig einsetzende Wirtschaftskrise ließ viele Menschen arbeitslos werden. Folge war, dass die Menschen ihre Raten nicht mehr zahlen konnten und ihr Haus verloren.

Vorwurf: „robo-signing“

Bei den Pfändungen gingen die Banken jedoch nach Ansicht von Staatsanwälten schlampig vor. In vielen Fällen soll angesichts der schieren Masse nicht einmal mehr ein Sachbearbeiter drübergeschaut haben - er setzte einfach seine Unterschrift unter die Dokumente. Die Praxis wurde als „robo-signing“ (zu deutsch: roboterhaftes Unterschreiben) bekannt.

Die Ermittlungen laufen seit längerem. Die Generalstaatsanwältin von Massachusetts, Martha Coakley, hatte jüngst auch Klage gegen einige Großbanken eingereicht.

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Von Holger Steltzner

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28.05.2012 17:45 Uhr
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