http://www.faz.net/-gzg-7mvko

Zwischen Frankfurt und Darmstadt : Bundesweit erster Schnellweg für Radler

Ein Weg nur für Fahrradfahrer: Auf dem Schnellweg soll eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 20 Stundenkilometern gefahren werden können. Bild: dpa

Gegen Staus und überfüllte Bahnen: Der Regionalverband will den Bau der bundesweit ersten Fahrrad-Trasse prüfen. Die Grünen sind überzeugt: Das ist die „dritte Säule für den Pendlerverkehr“

          Auf einer Länge von 30 Kilometern könnte zwischen Frankfurt und Darmstadt der bundesweit erste Radschnellweg entstehen. Dazu haben jetzt der Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main und sieben Kommunen entlang der Strecke – außer den beiden Großstädten noch Neu-Isenburg, Dreieich, Langen, Egelsbach und Erzhausen – eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben. Mit Hilfe der Studie, die rund 45000 Euro kosten wird, soll bis zum Herbst der beste Trassenverlauf für das Vorhaben ermittelt werden.

          Mechthild Harting

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Baubeginn für den Radschnellweg, der möglicherweise in mehreren Teilabschnitten entsteht, soll in drei bis fünf Jahren sein. Die Hochschule Darmstadt will das gesamte Vorhaben wissenschaftlich begleiten.

          Vorbild Holland und Dänemark

          Radschnellwege könnten für Pendler insbesondere in Zeiten von Pedelecs, also Fahrrädern mit elektrischen Hilfsmotoren, eine Alternative darstellen, sagte die Erste Beigeordnete des Regionalverbands, Birgit Simon (Die Grünen). „Das wird künftig neben dem öffentlichen Nahverkehr und dem Auto die dritte Säule für den Pendlerverkehr werden“, zeigte sich Simon überzeugt. Für den Radschnellweg sollen nach Angaben des Verbands möglichst vorhandene Straßen und Wege genutzt werden. „Doch ohne Eingriff wird der Radschnellweg nicht entstehen können“, sagte Simon.

          Ein Schnellweg für Radfahrer muss nach Angaben des Verbands mindestens drei Meter breit sein und über eine solide, hochwertige Oberfläche verfügen. Auf dem Weg soll eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 20 Stundenkilometern gefahren werden können – und zwar möglichst separat vom Auto- und Fußgängerverkehr und ohne Hindernisse wie etwa Ampeln. Gedacht ist auch daran, dass es einen Winterdienst sowie mindestens in Teilen auch eine Beleuchtung gibt.

          Die Kosten für einen Kilometer Radschnellweg veranschlagt der Verband mit 200000 bis 500000 Euro. Modelle für diese Formen des Radweges gebe es bisher nur in Holland und Dänemark, heißt es.

          „Keine spinnerte Idee“

          „Wir können mit diesem Radschnellweg nur gewinnen“, äußerte der Egelsbacher Bürgermeister Jürgen Sieling (SPD) bei der Präsentation des Vorhabens in Frankfurt. Seit das Projekt auf der Homepage der Gemeinde stehe, erfahre es viel Zuspruch. Viele Egelsbacher arbeiteten in Darmstadt und legten schon jetzt die Elf-Kilometer-Distanz mit dem Rad zurück, um Staus zu umgehen, Zeit zu sparen und sich fit zu halten.

          „Wir wären gerne dabei“, sagte auch der Erste Stadtrat von Neu-Isenburg, Stefan Schmitt (CDU). Er hält das Vorhaben eines Radschnellwegs für sinnvoll, da Neu-Isenburg 17000 Einpendler habe, die dann auch mit dem Rad kommen könnten. Für die große Zahl der Neu-Isenburger, die in Frankfurt arbeiteten, wäre so ein Angebot ebenfalls attraktiv. Der Vertreter Dreieichs sagte zu, die Anbindung des Radschnellwegs an das weitere Radwegenetz zu berücksichtigen.

          Für den Frankfurter Verkehrsdezernenten Stefan Majer (Die Grünen) ist die Planung eines ersten Radschnellweges „nicht eine spinnerte Idee“. Vielmehr folgten die Kommunen dem veränderten Mobilitätsverhalten der Bürger, die häufig mit dem Rad zur Arbeit führen. Einem solchen Projekt gehöre die Zukunft. Majer lobt den Regionalverband für dessen Initiative. Es sei gut, „einen Kümmerer“ zu haben. Der Radschnellweg sei ein wunderbares Beispiel regionaler Kooperation.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Herzogin Kate bekommt Sohn : It’s a boy!

          Der royale Nachwuchs ist da – und die spannende Frage nach dem Geschlecht des dritten Kindes von Prinz William und Herzogin Kate beantwortet. Oh boy!

          FAZ Plus Artikel: Merkel und Macron : Die zwei von der Baustelle

          Die Regierungen in Paris und Berlin haben eigene Vorstellungen für Europas Zukunft. Bei den Finanzen kommen Merkel und Macron kaum voran – auf anderen Feldern schon. Einen Staatsempfang bei Donald Trump bekommt aber nur einer von beiden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.