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Nach Kritik an der AfD : Zustimmung aus dem Landtag für Eintracht-Präsidenten

  • Aktualisiert am

Beifall aus dem Landtag: Eintracht-Präsident Peter Fischer Bild: dpa

Von seinem Verein erhielt der Präsident von Eintracht Frankfurt bereits breite Rückendeckung. Nun erfährt er im hessischen Landtag viel Lob für seine klare Haltung gegen Rechtspopulismus.

          Für seine AfD-kritischen Äußerungen hat der Vereinspräsident von Eintracht Frankfurt, Peter Fischer, im hessischen Landtag breite Zustimmung geerntet. Der Fußball-Funktionär habe in einer Art und Weise gesellschaftliche Verantwortung übernommen, „wie ich es mir von vielen anderen wünschen würde“, lobte der Vorsitzende der SPD-Fraktion, Thorsten Schäfer-Gümbel, in Wiesbaden. „Es geht in solchen Phasen darum, Bekenntnis abzugeben und Haltung zu zeigen.“

          Der hessischen Landesregierung und Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) warf Schäfer-Gümbel vor, Fischer in dieser Haltung nicht zu unterstützen. Auch der parlamentarische Geschäftsführer der Linken, Hermann Schaus, beklagte eine mangelnde Solidarität von Seiten der Landesregierung. „Was für ein peinliches Armutszeugnis für Hessen“, erklärte er. Das Verhalten von Bouffier und Innenminister Peter Beuth (CDU) sei „vollkommen inakzeptabel“.

          „Gesellschaft braucht solche Stimmen“

          Vereinspräsident Fischer hatte erklärt, dass eine Mitgliedschaft bei Eintracht Frankfurt und eine Unterstützung der rechtspopulistischen AfD nicht miteinander vereinbar seien. Bei der Mitgliederversammlung am vergangenen Sonntag war der 61-Jährige mit 99 Prozent Zustimmung im Amt bestätigt worden.

          „Genau solche starken Stimmen braucht die demokratische Gesellschaft“, sagte der Grünen-Abgeordnete Jürgen Frömmrich. Eintracht Frankfurt ziehe mit der deutlichen Haltung gegen Hass und Menschenfeindlichkeit auch klare Konsequenzen aus der Geschichte des Vereins, dessen Spieler zu NS-Zeiten als „Juddebube“ geschmäht worden seien. Dass in der Satzung der Einsatz „gegen Ausgrenzung, Demütigung, Herabsetzung und Diskriminierung“ festgehalten werde, sei eine Lehre aus dieser Zeit, sagte Frömmrich.

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          „Gut, dass es einen Vereinspräsidenten wie Peter Fischer gibt“, sagte Schaus. Sein konsequentes Verhalten sollte Mut machen, damit noch mehr Menschen in verschiedenen Organisationen, Vereinen und Verbänden sich entsprechend positionierten. Der 61 Jahre alte Vereinschef habe auch nach Beschimpfungen und Klagedrohungen nicht klein bei gegeben.

          Weiteres prominentes Beispiel aus dem Fußball im Kampf gegen Rassismus sei der Trainer des SC Freiburg, Christian Streich, der seit Jahren über den Sport hinaus für ein tolerantes und offenes Land eintrete, sagte Schaus.

          Lob für „sehr grundlegende Haltung“

          Innenminister Beuth (CDU) erwähnte Fischer in seiner Rede im Landtag am Donnerstag nicht namentlich, aber er sagte: „Ich bin für eine klare Haltung von Sportlern und Sportfunktionären sehr dankbar.“ Der Fußball habe hier eine vorbildliche Funktion.

          Wolfgang Greilich von der FDP nannte es „richtig“, dass Fischer seine sehr grundlegende Haltung nachhaltig vertrete. Allerdings müsse der AfD an jeder Stelle mit sachlichen und konstruktiven Argumenten begegnet werden.

          Fischer habe eine gute Debatte angestoßen, erklärte der Generalsekretär der CDU Hessen, Manfred Pentz. Im Kampf gegen Extremismus sei nicht nur ein schlagkräftiger Staat wichtig, sondern auch eine starke Bürgergesellschaft, die sich Rassisten und Populisten entgegenstelle.

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