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Zum 75. Geburtstag von F.K. Waechter : Wahrscheinlich guckt auch dieses Mal wieder kein Schwein

Der Kurator betrachtet das Werk und baut es mit auf: Wolfgang Schopf. Bild: Fricke, Helmut

Zum 75. Geburtstag von F.K. Waechter gibt eine Frankfurter Ausstellung Einblick in seinen schriftstellerischen Nachlass. Und eines wird klar: „Die Art erhalten macht Spaß“.

          Was haben eine Pfeffermühle, ein Likörglas und ein Würfelbecher gemein? Sie werden zu Mitspielern in F.K. Waechters Einpersonenstück „Der singende Knochen“. In Frankfurt sind die Originalrequisiten, sonst im Atelier des vor sieben Jahren gestorbenen Künstlers aufbewahrt, jetzt zu sehen, ebenso wie die Aufzeichnung einer Aufführung des Stücks mit Waechter selbst. Die Ausstellung „Spuk! Wahnsinn! Teufelswerk“, die am Freitag im „Fenster zur Stadt“ des Börsenvereins-Restaurants „Margarete“ an der Braubachstraße eröffnet wurde, gibt einen Einblick in den schriftstellerischen Nachlass des Künstlers, der heute 75 Jahre alt geworden wäre.

          Florian  Balke

          Kulturredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Nach Waechters Tod im Jahr 2005 gab seine Familie den zeichnerischen Nachlass an das Wilhelm-Busch-Museum in Hannover. Was der 1937 in Danzig geborene Mitbegründer der Neuen Frankfurter Schule nicht gezeichnet, sondern geschrieben hatte, blieb am Main in seinem Atelier. Die Manuskripte und Faksimiles, die Cornelia Volhard-Waechter und das Archiv der Frankfurter Goethe-Universität mit Unterstützung der Dr.-Marschner-Stiftung nun präsentieren, machen eines ganz deutlich: Auch in den Entwürfen für seine Theaterstücke und in seinen anderen Textarbeiten beginnt Waechter von einem auf den anderen Moment zu zeichnen. Die Ausstellung spendet Frankfurt daher Trost: Es ist nicht wirklich alles von Waechter Gezeichnete in Hannover.

          Fünf Theaterabende begleiten die Ausstellung

          Den besucherfreundlichen Clou der Ausstellung bildet eine Kommode aus Archivkisten, in denen dicke Stapel mit den Farbkopien der Originalmanuskripte liegen, versehen mit Waechters Stempeln: einer Fliege, einer Möwe, einem Narwal und dem Spruch „Die Art erhalten macht Spaß“. Wer vorbeikommt, darf die Stapel herausnehmen, in aller Ruhe in kaum zugänglichen Beständen blättern und sich in Waechters Schaffensprozess vertiefen.

          An den fünf Theaterabenden, mit denen Michael Quast und Freunde die Ausstellung begleiten, ist auch Unpubliziertes zu sehen. „Das Nashorn schläft“ versammelt am 14. November als szenische Lesung Stücke aus dem Nachlass, einen Tag später folgt „Der singende Knochen“, am 16. November gibt es „Gott Fritz/Der rote Wolf“, am 17. November ist „Nach Aschenfeld“ zu sehen, am 19.November „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“. Die Aufführungen, für die der Börsenverein den Großen Saal im Haus des Buches öffnet, vom „Fenster zur Stadt“ aus ein paar Schritte über den Hof gelegen, beginnen um jeweils 20 Uhr. Am 18. November gibt es darüber hinaus die Hommage „Wahrscheinlich kommt wieder kein Schwein“ mit F.W. Bernstein, Bernd Eilert, Pit Knorr, Hans Traxler, Oliver Maria Schmitt und Hans Zippert, die um 20 Uhr im Caricatura Museum für Komische Kunst, Weckmarkt 17, beginnt.

          Aus den Beständen Quasts stammt derweil das in der Schau gezeigte Originalkostüm für „Kwast oder Der Narr des Königs“, ein Stück, das Waechter 2003 für ihn schrieb. Zu sehen ist es einschließlich der Requisitenliste: „Dicker Bauch aus Schaumstoff“. Ebenfalls gezeigt: der „Ersatzbommel“ für die Mütze des Hauptdarstellers. Nun liegt er unter Glas. Daran hätte Waechter seine Freude gehabt. Schließlich verwandelte er nicht nur Wörter in Zeichnungen, sondern spielte auch mit Pfeffermühlen.

          Öffnungszeiten und Dauer der Ausstellung

          Die Ausstellung ist bis zum 2. Januar im „Fenster zur Stadt“ des Restaurants „Margarete“, Braubachstraße 16, zu sehen. Theaterkarten sind unter 069/407662580 und www.adticket.de erhältlich.

           

          Quelle: F.A.Z.

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