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Zirkus Carl Busch : Traditioneller Dreiklang aus Menschen, Tieren, Sensationen

Grauer Riese: Die Elefanten-Dressur im Zirkus Carl Busch. Bild: Kaufhold, Marcus

Der Zirkus Carl Busch zelebriert weiterhin die Dreifaltigkeit des klassischen Zirkus: Artisten, Tiere, Clowns. Derzeit gastiert er in Frankfurt.

          Der Zirkus Carl Busch zelebriert weiterhin die Dreifaltigkeit des klassischen Zirkus: Artisten, Tiere, Clowns. Das ist längst nicht mehr selbstverständlich im Gewerbe der fahrenden Schausteller, das sich etwa in Gestalt des kanadischen Konzerns Cirque du Solei oder der jetzt wiederaufgelegten Show „Afrika, Afrika“ zu einer Unterhaltungsindustrie modernisiert hat. Carl Busch dagegen, der bis zum 9. Juni im Frankfurter Osten auf dem Platz an der Borsigallee24 gastiert, ist ein Familienbetrieb geblieben. Hier müssen alle ran: Der Direktor Manuel Wille-Busch leitet die Elefantendame zu tonnenschweren Kunststücken an. Seine Schwester Natascha lässt arabische Edelpferde durch die Manage tanzen, und seine Frau Jamena schwingt sich als Artistin an Tüchern durch die Lüfte.

          Hans Riebsamen

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Wer wie Carl Busch der alten Trinität Menschen, Tiere, Sensationen folgt, hat es schwer. Dieses Familienunternehmen, das Zirkus für ein Familienpublikum macht, kann sich kaum wehren gegen die Rechthaberorganisation, die sich den Tierschutz auf die Fahne geschrieben hat und mit ihrem Tun riesige Spendenbeträge akquiriert. Ihr Lieblingsfeind ist nicht etwa jene Landwirtschaftsindustrie mit ihren Schweinemast-Fabriken und ihren Gemeinschaftshaft-Gefängnissen für Hühner, sondern die wenigen Zirkusse, die noch Tiere in ihrem Programm zeigen.

          Sanfte Tigerdressur

          Nun hat diese Organisation öffentlich jenem viel Geld versprochen, der Bilder herbeischaffen kann, die zeigen, wie bei Carl Busch Elefanten verprügelt werden. Damit wird unterstellt, dass Zirkusmenschen wie Manuel Wille-Busch oder die Dompteuse Carmen Zander, die ihre Tiger liebt wie kleine Kinder, nichts anderes im Sinn hätten, als die Tiere, die ihnen den Lebensunterhalt garantieren, zu quälen. Zum Thema Tierschutz sei nur noch gesagt, dass der Zirkus Carl Busch auch in Frankfurt routinemäßig vom Amtsveterinär geprüft worden ist, und es keine Beanstandungen gab.

          Für die Mädchen eine Pferdedressur, für die Jungen eine Tigershow, für die gesetzten Alten eine Kamelnummer: Mit seinen Tierdarbietungen füllt Carl Busch ein Drittel seines zweieinhalbstündigen Programms. Und er füllt dieses Drittel gut. Besonders faszinierend ist die sanfte Tigerdressur der früheren Sportlerin Carmen Zander. Sie ist für ihre fünf Raubkatzen die Super-Mama, also das Alphatier, dem sie sich unterwerfen. Das Faszinierende und Seltsame an dieser und allen anderen Raubtiernummern ist, dass die Katzen an Kraft die Stärkeren im Ring sind, der Dompteur sich die Tiere aber dank seiner mentalen Kraft untertan macht. Doch eine Dressurnummer, das darf man nie vergessen, ist immer ein Spazieren am Abgrund. Stolpert und fällt das Alphatier einmal, kann es von einer auf die andere Sekunde Beute sein.

          Extrem artistische Waghalsigkeiten

          Dagegen ist das Treiben der Tonito Truppe von geradezu harmloser Art. Das Clown-Trio aus Spanien gibt der Show jene komische Note, die unabdingbar ist für jedes Zirkusprogramm. Die Tonitos haben sich durchaus die eine oder andere originelle Lachnummer wie etwa das Spiel mit einer psychologisch gesteuerten Lampe einfallen lassen. Gute Clowns zu finden, zählt mittlerweile zu den schwierigen Übungen bei der Gestaltung eines Programms. Carl Busch hat sie gelöst.

          Mit extremen artistischen Waghalsigkeiten, für die der demnächst in Frankfurt gastierende Zirkus Flic Flac berühmt ist, kann Carl Busch nicht aufwarten. Jose Munoz gefällt aber mit einem Salto rückwärts auf dem Drahtseil. Später rutscht und rollt er zusammen mit seinem Partner schwungvoll über einen Tisch. Nancy und Carlo Triberti drehen sich in rasendem Schwung auf Rollschuhen um ihre eigene Achse und präsentieren waghalsige Tricks. Und Alexandra Gerbey mit ihrer Doppelbegabung für Gesang und Artistik, singt kopfüber an einem Tuch hängend, eine Donizetti-Arie. Man lässt sich etwas einfallen beim Familienzirkus Carl Busch.

          Der Zirkus Carl Busch spielt bis Sonntag, 9.Juli, auf dem Platz Borsigallee 24. Vorstellungen beginnen täglich um 15 und um 20 Uhr, an Sonntagen und Feiertagen um 15 und 18 Uhr.

          Quelle: F.A.Z.

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