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Zeitzeugen Wenn niemand mehr den Holocaust bezeugt

 ·  Die Generation der Zeitzeugen stirbt. Mit ihrem Verschwinden, das ist jetzt schon klar, wird sich die Erinnerungskultur verändern.

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Andrea Fink

Das Ausmaß des Entsetzlichen

1974 habe ich während einer Klassenfahrt eine Führung in Auschwitz / Birkenau absolviert, das ganze Programm: Hungerbunker, Schießwand, Brillen-, Koffer-, Schuhsammlungen, Baracken, Krematorium, Weiher, Dokufilm. Auf dem Gelände arbeitete ein älterer Mann, ein ehemaliger Häftling, wie uns unsere Führerin erklärte. Es gäbe etliche Häftlinge, die immer wieder kämen. Mehr als alle Worte und Bilder hat sich mir das Bild dieses stillen Mannes eingeprägt.
Später habe ich mich auch beruflich sehr intensiv mit der jüdischen Geschichte, speziell des 19. und 20. Jahrhunderts beschäftigt, habe viele internationale Kontakte geknüpft und viele Begegnungen gehabt. Aber auch aus all den Archivalien, Fotos, oral history, usw., kann sich nur ein unzureichendes Bild der Gewalt und des Grauens entwickeln.
Nur wenn in einer Art Flash-back die Schmerzen wie eine Woge über dem Überlebenden zusammenschlagen ist für den Außenstehenden für einen kurzen Moment das Ausmaß des Entsetzlichen zu erahnen.

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