08.01.2013 · Die Generation der Zeitzeugen stirbt. Mit ihrem Verschwinden, das ist jetzt schon klar, wird sich die Erinnerungskultur verändern.
Von Kathrin Klette, FrankfurtRichtlinien für Lesermeinungen
Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.
Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.
Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.
Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.
1974 habe ich während einer Klassenfahrt eine Führung in
Auschwitz / Birkenau absolviert, das ganze Programm: Hungerbunker,
Schießwand, Brillen-, Koffer-, Schuhsammlungen, Baracken,
Krematorium, Weiher, Dokufilm. Auf dem Gelände arbeitete ein
älterer Mann, ein ehemaliger Häftling, wie uns unsere
Führerin erklärte. Es gäbe etliche Häftlinge, die
immer wieder kämen. Mehr als alle Worte und Bilder hat sich mir das
Bild dieses stillen Mannes eingeprägt.
Später habe ich mich auch beruflich sehr intensiv mit der
jüdischen Geschichte, speziell des 19. und 20. Jahrhunderts
beschäftigt, habe viele internationale Kontakte geknüpft und
viele Begegnungen gehabt. Aber auch aus all den Archivalien, Fotos, oral
history, usw., kann sich nur ein unzureichendes Bild der Gewalt und des
Grauens entwickeln.
Nur wenn in einer Art Flash-back die Schmerzen wie eine Woge über
dem Überlebenden zusammenschlagen ist für den
Außenstehenden für einen kurzen Moment das Ausmaß des
Entsetzlichen zu erahnen.