Das Land Hessen will in Zusammenarbeit mit den Industrie- und Handelskammern noch dieses Jahr in Spanien und Frankreich um junge Fachkräfte werben. Dies kündigte der neue Wirtschafts- und Verkehrsminister Florian Rentsch (FDP) nach einem Besuch bei der IHK Frankfurt an. Auf Nachfrage sagte er, das Land werde zudem in Asylbewerberheimen nach Fachkräften suchen: „Das schauen wir uns auch an.“
Auch in Bursa, der türkischen Partnerregion Hessens, lebten viele junge, gut gebildete Frauen und Männer. Allerdings seien in diesen Fällen die bürokratischen Hürden vor einer Arbeitsaufnahme höher als bei Spaniern oder Franzosen.
IHK-Präsident Mathias Müller hob zum wiederholten Male hervor, derzeit fehlten in Hessen rund 150.000 Fachkräfte. Für die überwiegende Mehrheit der Stellen, Müller sprach von 90 Prozent, seien keine Akademiker gefragt.
Der Fachkräftemangel war neben der Zukunft des Finanzplatzes Frankfurt, dem Ausbau des Schienennetzes, der Breitbandversorgung für Internet und dem Lärmschutz nach dem Nachtflug-Urteil des Bundesverwaltungsgerichts eines der Themen, die Rentsch bei seinem Antrittsbesuch in der Kammer erörterte.