Home
http://www.faz.net/-gzj-16px2
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Montag, 13. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Zusammenschluss Künftig eine AOK für Hessen, Sachsen und Thüringen

26.06.2010 ·  Nur eine AOK für drei Länder – es wird die viertgrößte Krankenkasse Deutschlands sein. Doch geht es nicht um Rekorde, sondern ums Sparen.

Von Ingrid Karb, Bad Homburg
Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (1)

Die Verwaltungsräte der AOK Hessen und der AOK plus Sachsen / Thüringen haben am Freitag in einer gemeinsamen Sitzung in Weimar der Fusion der beiden Krankenkassen zum 1. Januar 2011 zugestimmt. Die neu entstehende AOK plus für drei Bundesländer wird ihren Hauptsitz in Dresden haben. Weitere Standorte bleiben Bad Homburg als bisheriger Sitz der AOK Hessen und Erfurt in Thüringen. Die Zahl der Vorstandsmitglieder wird auf drei erhöht. Dem neuen Vorstand wird der bisherige Vorstandsvorsitzende der AOK Hessen, Fritz Müller, als Zweiter Vorsitzender angehören, aber nicht sein bisheriger Stellvertreter Dieter Bock.

Nach eigenen Angaben ist die Kasse künftig mit 4,2 Millionen Versicherten die viertgrößte gesetzliche Krankenkasse Deutschlands. Marktführer ist die Barmer GEK mit 8,5 Millionen Versicherten, gefolgt von der Techniker Krankenkasse mit 7,5 Millionen Versicherten und der DAK mit 6,4 Millionen. Zu Jahresbeginn gab es nach Angaben des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenversicherung 169 gesetzliche Krankenkassen.

Zusammenschluss mit weiteren Partnern nicht geplant

Die Fusion der AOK Hessen mit der AOK plus Sachsen/Thüringen sei nicht aus einer Not heraus entstanden, sagte gestern ein Sprecher der AOK Hessen. Vor der Entscheidung habe die AOK geprüft, welcher Partner organisatorisch und strukturell zu ihr passe. Die beiden wirtschaftlich starken Kassen gingen zusammen, um „die immer komplexer werdenden Aufgaben der gesetzlichen Krankenversicherungen besser zu bewältigen“. Ein Zusammenschluss mit weiteren Partnern sei nicht geplant.

Im vergangenen Jahr war die AOK Hessen nach eigenen Angaben mit knapp 30 Prozent aller Versicherten Marktführer in Hessen und hatte einen Gesamtetat von rund vier Milliarden Euro mit einem Überschuss von 30 Millionen. Einen Zusatzbeitrag werde die Kasse weder in diesem noch im nächsten Jahr erheben, sagte der Sprecher. Obgleich die bisherige AOK plus mit 2,7 Millionen Versicherten fast doppelt so groß ist wie die AOK Hessen mit 1,5 Millionen, sei es eine „Fusion auf Augenhöhe“. Von dem Zusammenschluss erhoffe man sich Synergien. An einen fusionsbedingten Personalabbau sei nicht gedacht. Die AOK Hessen beschäftigt 3800 Mitarbeiter, nach der Fusion werden es insgesamt 8500 sein. Auch das dichte Filialnetz, die AOK Hessen hat 54 Geschäftsstellen und die bisherige AOK plus 150 Filialen, soll nach Angaben von gestern erhalten bleiben. Nach der Fusion wird das Haushaltsvolumen zwölf Milliarden Euro umfassen.

Versichertenkarten behalten Gültigkeit

Die bisherige AOK plus, die nach eigenen Angaben einen Marktanteil von 42 Prozent hat, erhofft sich von der Fusion einen besseren Service für die Versicherten, „ohne dass deshalb die Verwaltungskosten steigen müssen“. Die Leistungen für die Versicherten sollen nach der Fusion um zusätzliche Angebote ergänzt werden. Die Versichertenkarten behalten ihre Gültigkeit.

90 Prozent der Deutschen sind bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert. Deren Zahl hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als halbiert. Allein im vergangenen Jahr fielen 33 eigenständige Kassen nach Fusionen weg. Grund dafür ist der wirtschaftliche Druck auf die Kassen, die mit dem vom Gesundheitsfonds zugewiesenen Geld auskommen müssen.

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Karlsruher Konzern unter Druck

Von Manfred Köhler

Der Energieversorger ENBW im Rhein-Main-Gebiet? Neu wäre das nicht. Der Karlsruher Konzern ist mit 15,1 der Mannheimer MVV Energie beteiligt, die wiederum 48,6 Prozent am Offenbacher Energieversorger EVO hält. Mehr