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Zukunft von Opel „Verhandlungen mit Hochdruck“

24.06.2009 ·  Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hat sich am Montagabend in Detroit mit der Führung des insolventen Autokonzerns General Motors getroffen, um die Übernahme des früheren Tochterunternehmens Opel durch einen Bieter zu beschleunigen.

Von Thomas Holl und Manfred Köhler, Frankfurt
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Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hat sich am Montagabend in Detroit mit der Führung des insolventen Autokonzerns General Motors getroffen, um die Übernahme des früheren Tochterunternehmens Opel durch einen Bieter zu beschleunigen. Bei dem Gespräch mit GM-Vorstandschef Fritz Henderson, seinem für die Opel-Verhandlungen zuständigen Stellvertreter John Smith und dem Chef von GM Europe, Carl-Peter Forster, erhielt Koch die Zusage, dass die Verhandlungen spätestens bis zum Ende des Sommers abgeschlossen seien. „Es wird mit Hochdruck verhandelt“, sagte Koch.

Es bleibe auch dabei, dass das kanadisch-russische Konsortium um den Autozulieferer Magna, wie im „Memorandum of understanding“ vereinbart, der „privilegierte Bieter“ sei, der derzeit die besten Chancen habe, das Geschäft zu machen. Magna sei mit 40 bis 50 Mitarbeitern am Opel-Stammsitz in Rüsselsheim präsent und habe Einblick in alle Bücher des Unternehmens. Nach seinem Eindruck gebe es „keine wirklichen Stolpersteine“ mehr, die einem positiven Vertragsabschluss mit Magna im Wege stünden. „GM hat ein großes Interesse an einem Abschluss mit Magna.“ Es gehe allerdings noch um viele Detailfragen, die geklärt werden müssten.

Geldbedarf von Opel in Höhe von 1,5 Milliarden Euro

So stehe noch nicht fest, welche Forschungsergebnisse aus dem Opel-Entwicklungszentrum der neue Besitzer verwenden dürfe. Fest verabredet worden sei aber schon bei den Verhandlungen Ende Mai im Kanzleramt, dass der zum Zuge kommende Investor 2011 das umweltfreundliche und mit Strom angetriebene Automodell Ampera bauen werde. Die Kontakte zu zwei weiteren Bietern, dem chinesischen Autokonzern BAIC und dem amerikanischen Finanzinvestor Ripplewood, würden aber weiter von GM gepflegt. Der italienische Autokonzern Fiat sei nicht mehr an den Gesprächen zur Übernahme von Opel beteiligt.

GM-Europachef Forster habe ihm glaubhaft dargelegt, dass der Geldbedarf von Opel in Höhe von 1,5 Milliarden Euro eingehalten werde. Dieses Geld werde aber nicht ausgegeben, um Investitionen zu tätigen, sondern um das laufende Geschäft von Opel in elf europäischen Ländern aufrecht zu erhalten, Nach Auskunft von Koch fährt Opel jeden Tag Verluste von drei Millionen Dollar ein. Ein schneller Vertragsabschluss spare somit 100 Millionen Euro Steuergelder im Monat.

Der hessische Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP) hat gestern in Moskau Gespräche mit Vertretern der Sberbank geführt, die mit Magna bei Opel einsteigen will. Es gebe ein ernsthaftes Bemühen um eine tragfähige Lösung, berichtete der Minister. Die Bank werde auf Dauer als Anspréchpartner einen Mitarbeiter nach Frankfurt versetzen.

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