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Wirtschaftsförderung Professor mit Unternehmergeist

 ·  Stefan Gäth schätzt Wortspiele und formuliert griffige Sätze. „Wir müssen das Unternehmertum an Universitäten pflegen“, fordert er. In diesem Sinne will der Professor und Unternehmer als Chef des neuen Technologiebeirats wirken.

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Stefan Gäth schätzt Wortspiele und formuliert griffige Sätze. „Wir müssen das Unternehmertum an Universitäten pflegen“, fordert er zum Beispiel. Mit Blick auf die ausbaufähige Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft in Hessen spricht Gäth von der „Notwendigkeit, die Not zu wenden“. In diesem Sinne will der Umweltexperte mit seinen Mitstreitern im Technologiebeirat der Hessen-Agentur wirken, die sich um Wirtschaftsförderung kümmert.

Die Voraussetzungen, die er mitbringt, erscheinen günstig: Seit 1995 hat Gäth eine Professur für Abfall- und Ressourcenmanagement inne und vor gut einem Jahr einen Betrieb für Umwelt-, Abfall- und Ressourcenmanagement gegründet. Auch leitet der 46 Jahre alte Forscher und Unternehmer unter dem Dach der Gesellschaft für Technologietransfer in Gießen ein Zentrum, das Umweltdienste anbietet.

„Schwellenangst bei Unternehmen“

Im Beirat arbeitet er mit Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammen. Das Gremium will Trends bewerten, Chancen zeigen und nicht zuletzt für Hessen als Technologiestandort werben. Denn das Land hat einiges zu bieten - es aber nicht in ausreichendem Maße geschafft, Forschung in Produktion im Land umzumünzen, wie er sagt. „Ein Mangel ist immer noch, daß wir es nicht schaffen, Unternehmen die Schwellenangst zu nehmen, auf Hochschulen zuzugehen.“

Dabei hätten Universitäten nicht nur viele Patente inne, die auf Nutzer in der Wirtschaft warteten - sie könnten auch von Betrieben gewünschte Lösungen entwickeln, wenn sie denn eingeschaltet würden. Zudem schränkt aus seiner Sicht das Nebentätigkeitsrecht die Unternehmertätigkeit eines Professors weiter zu sehr ein.

Andererseits sieht Gäth bei CDU und SPD in Hessen „das Interesse, die richtigen Signale zu senden“. Ein erstes Signal könnte schon am diesem Mittwoch vom Treffen des Beirats mit Wirtschaftsminister Alois Rhiel (CDU) ausgehen.

Quelle: F.A.Z., 14.06.2006, Nr. 136 / Seite 56
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Jahrgang 1967, Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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