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Versandhandel Neckermann soll bis 2010 profitabel sein - Stellenabbau

16.04.2008 ·  Das Versandhaus Neckermann will mit einer drastischen Kostensenkung und einem erneuten Stellenabbau bis 2010 wieder in die Gewinnzone kommen. Dafür müssten voraussichtlich auch Stellen gestrichen werden, heißt es.

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Das Versandhaus Neckermann will mit einer drastischen Kostensenkung und einem erneuten Stellenabbau bis 2010 wieder in die Gewinnzone kommen. Dazu sollen in diesem Jahr Kosten von 50 Millionen Euro gespart werden, kündigte das als Neckermann.de firmierende Unternehmen in Frankfurt an. Dafür müssten voraussichtlich auch Stellen gestrichen werden. Eine Entscheidung werde nach Gesprächen mit den Betriebsräten spätestens Ende Mai fallen. „Selbstverständlich werden wir alle Alternativen gründlich prüfen und uns sehr bemühen, den Personalabbau so gering wie irgend möglich zu halten“, sagte der neue Geschäftsführer Martin Lenz laut einer Mitteilung.

Der Finanzinvestor Sun hatte kürzlich die Mehrheit an Neckermann.de von Arcandor (früher KarstadtQuelle) übernommen und trimmt den Konzern nun auf Profitabilität. Zur Sanierung wurde der österreichische Handelsexperte Lenz Mitte März als neuer Chef der Neckermann.de GmbH nach Frankfurt geholt. Der Versandhändler macht seit Jahren Verluste in nicht bezifferter Höhe. Die Umsätze waren 2007 um 100 Millionen Euro auf 1,4 Milliarden Euro gestiegen. Das Unternehmen beschäftigt insgesamt 5000 Mitarbeiter, davon 3500 in Deutschland. Im Versandzentrum in Frankfurt arbeiten noch 2700 Beschäftigte. 2006 war in Frankfurt bereits jede zehnte Stelle gestrichen worden.

Sortiment soll kleiner werden

Künftig soll das Online-Geschäft weiter ausgebaut werden. Der Anteil der Bestellungen über das Internet soll bis 2010 von derzeit 50 auf 70 Prozent gesteigert werden. Gleichzeitig sollen die Werbekosten reduziert und das 250.000 Artikel umfassende Sortiment gestrafft werden. Die Fokussierung auf profitable Segmente und eine Verbesserung der Abläufe werde aber nicht zur geplanten Kosteneinsparung von 50 Millionen Euro reichen. „Im Zuge der strukturellen Veränderungen, die dazu dienen, Neckermann wieder nachhaltig zum Erfolg zu führen, scheint der Abbau von Arbeitsplätzen unerlässlich“, teilte das Unternehmen mit.

Neckermann-Chef Lenz erklärte: „Mir war sehr wohl bewusst, dass die Lage schwierig ist.“ Das Unternehmen habe aber eine starke Marke mit enormen Potenzial. Die neue Eigentümerstruktur ermögliche es dem Versandhaus, unabhängig zu agieren und schnell Entscheidungen zu treffen. „Wir haben jetzt die große Chance, das Unternehmen in Zukunft im Wettbewerb deutlich besser zu positionieren“, sagte Lenz. Wachstumspotenzial gebe es nicht nur in Deutschland, sondern auch in Osteuropa. Fast ein Drittel der Umsätze erwirtschaftet neckermann.de bereits im Ausland. Bis 2010 soll das Auslandsgeschäft um rund 40 Prozent wachsen.

Sun Capital Partners:

Der Finanzinvestor Sun Capital Partners wurde 1995 gegründet und versteht sich als Investmentgesellschaft, die marktführende Unternehmen übernimmt. Seit der Gründung hat sich das Unternehmen an 175 Unternehmen mit einem Gesamtumsatz von mehr als 35 Milliarden Dollar und mehr als 150.000 Mitarbeitern beteiligt; zuletzt umfasste das Portfolio 78 Beteiligungen.

Sun Capital verfügt über Standorte in Boca Raton, Los Angeles, New York sowie London, Tokio und Shenzhen. Die Anzahl der Vollzeitmitarbeiter wurde zuletzt mit 40 angegeben; allesamt seien Restrukturierungsexperten mit Erfahrung aus Produktion, Vertrieb, Marketing, Bilanzierung und Recht.

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