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Verkaufspläne Lufthansa-Systems-Mitarbeiter schockiert

Die IT-Tochter des Lufthansa-Konzerns soll teilweise verkauft werden. Die Belegschaft hat dagegen nun protestiert. Doch die Unternehmensleitung sieht große „Rentabilitätsprobleme“.

Sie wirken entschlossen, manche etwas unsicher, sie sind das Demonstrieren nicht gewohnt. Doch die Sorge um den Arbeitsplatz treibt die Männer und Frauen am frühen Donnerstag gemeinsam vor das Portal der Lufthansa Systems AG in Kelsterbach. Viele von ihnen sind 20 Jahre und mehr bei der Kranichlinie, haben sich immer als Lufthanseaten betrachtet, sich mit dem Unternehmen identifiziert.

Ihre Angst ist der Absicht des Lufthansa-Konzerns geschuldet, die IT-Tochter in die drei Gesellschaften Airline Solutions, Industry Solutions sowie Infrastructure aufzuspalten - und die letztgenannte anschließend zu verkaufen. Alles in allem zählt Lufthansa Systems 2700 Beschäftigte. Vom Verkauf der Infrastruktursparte wären rund 1400 Mitarbeiter betroffen, von denen das Gros in Kelsterbach arbeitet und sich vor allem um den Betrieb des Rechenzentrums kümmert.

Menne: Rentabilitätsprobleme an vielen Stellen

An diesem Morgen lassen sie die Unternehmens- und Konzernleitung wissen, dass sie das Vertrauen in die Lufthansa-Spitze verloren haben. Auch deshalb, weil sie erst informiert worden seien, nachdem Aufteilung und Verkauf im Grunde längst beschlossene Sache gewesen seien, berichtet ein Demonstrant, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte.

Sein Nachbar trägt ein Schild, auf dem zu lesen ist: „Menne, keine soziale Antenne“. Die Angesprochene reagiert an diesem Morgen prompt: Simone Menne, Aufsichtratsvorsitzende von Lufthansa Systems und Finanzvorstand des Konzerns, sowie die Systems-Vorstände Stefan Hansen und Gunter Küchler stellen sich der Belegschaft.

Menne sagt, die Arbeitsplätze in der Infrastruktursparte wären auch nicht sicherer, wenn das Geschäftsfeld nicht verkauft würde. Es gebe an vielen Stellen im Konzern Rentabilitätsprobleme, nicht nur bei Lufthansa Systems. Ihre Begleiter schweigen. Wenn man die Angebote auf die Ausschreibung der Infrastruktursparte vorliegen habe, werde man auch das Konzept bewerten können, das von Mitarbeitern erarbeitet worden sei, führt Menne aus. Mit dem Konzept will die Arbeitnehmervertretung der Konzernleitung einen Weg weisen, der den Verkauf überflüssig machen soll.

HP, IBM und Atos könnten potentielle Käufer sein

Auf Mennes Zusicherung, man wolle die Arbeitsplätze der Mitarbeiter über den Verkauf hinaus vertraglich absichern, geben die Lufthanseaten an diesem Morgen nicht viel. Die Branchen-Unternehmen hätten sicher großes Interesse an den Aufträgen der Lufthansa, nicht aber an einem Stamm zwar hochqualifizierter, aber auch nicht ganz billiger Mitarbeiter. Als potentielle Käufer werden IBM, Atos und Hewlett Packard genannt, zunächst war auch von T-Systems die Rede. Dort soll es aber kein Interesse mehr geben.

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Viel plausibler als der Verkauf einer Sparte sei es doch, die Doppelstrukturen im Konzern zu beseitigen, sagt ein Systems-Mitarbeiter im Gespräch. Tatsächlich ist aus dem Aufsichtsrat die Klage zu hören, dass es von Beginn der Privatisierung an versäumt worden sei, sämtliche IT-Dienstleistungen in der Lufthansa Systems AG zu bündeln, als diese 1995 gegründet worden sei. Stattdessen gebe es nach wie vor etwa bei Lufthansa Passage und Lufthansa Cargo eigene IT-Abteilungen. Ein Demonstrant bestätigt diese Darstellung und schimpft: „Was die IT betrifft, konnte hier doch bisher jeder machen, was er wollte.“

Quelle: F.A.Z.

 
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