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Verbraucher 60 sein, aussehen wie mit 50 und konsumieren wie ein 40jähriger

08.11.2005 ·  Die Alterung der Gesellschaft bietet den Unternehmen in Hessen nach Einschätzung von Wirtschaftsexperten große Chancen. So müßten Betriebe ihre Produkte etwa in der Finanz- und Gesundheitsbranche auf die älteren Menschen zuschneiden.

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Die Alterung der Gesellschaft bietet den Unternehmen in Hessen nach Einschätzung von Wirtschaftsexperten große Chancen. Die oftmals aufgezeigten Schreckensszenarien seien kurzsichtig, sagte Stephan Scholtissek von der Unternehmensberatung Accenture am Dienstag beim 14. Unternehmertag in Wiesbaden. „Wir altern langsam, deswegen bleibt uns viel Zeit, uns darauf einzustellen“, sagte er.

Der demographische Wandel erhöhe den Reformdruck auf die Gesellschaft und den Innovationsdruck auf die Unternehmen. So müßten die Betriebe ihre Produkte und Dienstleistungen etwa in der Finanz- und Gesundheitsbranche den Bedürfnissen der älteren Menschen anpassen. „Der Kunde von morgen ist 60, sieht aus wie 50 und konsumiert wie ein 40jähriger“, sagte Scholtissek.

Ältere mit höherer Urteils- und Entscheidungsfähigkeit

Der Präsident der Vereinigung hessischer Unternehmerverbände (VhU) Prof. Dieter Weidemann forderte die Unternehmen auf, die Potentiale der geänderten Altersstruktur zu nutzen. Die jüngeren Mitarbeiter seien oft flexibler, hätten eine höhere körperliche Leistungsfähigkeit und ein besseres Kurzzeitgedächtnis. Ältere Beschäftigte profitierten von ihrer Lebenserfahrung und höherer Urteils- und Entscheidungsfähigkeit.

„Die Hochqualifizierten werden die Gewinner des Wandels sein“, sagte Weidemann. Deswegen sei es Aufgabe der Politik, in die Bildung der jungen Menschen zu investieren. „Wir haben keine Rohstoffe, deswegen ist Know-How unser größtes Potenzial“, fügte Scholtissek hinzu. Wie bereits in der Automobilindustrie müßten die Höherqualifizierten in Deutschland arbeiten, andere Aufgaben dagegen ins Ausland verlagert werden.

„Die wirtschaftsstarken Regionen fördern“

In Hessen gelte es, die bereits wirtschaftsstarken Regionen zu fördern. „Gute Verkehrsanbindungen, die Ansiedlung von Unternehmen einer Branche in einer Region und die Nähe zu Bildungs- und Forschungseinrichtungen sind da wichtige Faktoren“, sagte der VhU- Präsident. Insbesondere in der Rhein-Main-Region müsse die Anbindung von Frankfurt an das Umland noch verbessert werden. Mit Blick auf das strukturschwache Nordhessen sagte Weidemann: „Keine Region ist dazu verdammt, der Verlierer des Landes zu sein.“

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