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Unbesetzte Stellen : Fachkräftemangel in Hessen

Gesucht werden vor allem Ingenieure Bild: ddp

30 Prozent der hessischen Betriebe können offene Stellen nicht besetzen, weil es an Fachkräften mangelt, wie eine Umfrage unter 4000 Unternehmen ergeben hat. Der Fachkräftemangel zeigt sich in allen Branchen.

          Drei von zehn Unternehmen in Hessen können derzeit offene Stellen nicht besetzen, weil es an geeigneten Fachkräften fehlt. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Arbeitsgemeinschaft der hessischen Industrie- und Handelskammern unter 4000 Unternehmen. Wie die Arbeitsgemeinschaft weiter mitteilte, zeigt sich der Fachkräftemangel in allen Branchen und in allen Teilen Hessens. Vor allem mittelständische Betriebe litten darunter. Gesucht würden vor allem Ingenieure. So melde fast jedes zweite Ingenieurbüro, dass es gerne Leute einstellen würde, jedoch niemanden finde. Das gleiche gelte für Architekturbüros, Unternehmensberater und Firmen der Informationstechnologie.

          Manfred  Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Als überraschend wird es in einer Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft der Kammern bezeichnet, dass auch jedes dritte Hotel und Restaurant einen Mangel an geeigneten Bewerbern gemeldet habe. Vor allem Hoteliers suchten Servicekräfte mit Berufsabschluss. Gesucht würden schließlich Sicherheitsdienste und Gebäudereiniger.

          Ingenieurmangel kostet die Volkswirtschaft Milliarden

          Insgesamt zeigt sich, dass die Unternehmen vor allem gut ausgebildete Arbeitskräfte suchen, die also eine Lehre absolviert oder studiert haben oder gar Meister sind. Die Unternehmen hätten angegeben, sie wollten dem Fachkräftemangel mit verstärkter Aus- und Weiterbildung begegnen. Zudem setzen sie wieder auf ältere Arbeitnehmer. Hingegen scheine es nur für die wenigsten Branchen eine Alternative zu sein, im Ausland nach Arbeitskräften zu suchen. Lediglich die IT-Branche und Unternehmensberater nutzten diese Möglichkeit.

          Die Arbeitsgemeinschaft der hessischen Industrie- und Handelskammern machte keine Angabe darüber, wie viele Fachkräfte bei den befragten Unternehmen gesucht werden. Nach den jüngsten Arbeitsmarktzahlen von Ende August waren den Arbeitsagenturen in Hessen 37.455 offene Stellen gemeldet. Ihnen standen 235.726 Arbeitslose gegenüber. Aus der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit, dem früheren Landesarbeitsamt, hatte es geheißen, „wer marktnah ist, findet Arbeit“. Unter den Langzeitarbeitslosen seien hingegen viele, die sich nur schwierig vermitteln ließen.

          Das Institut der deutschen Wirtschaft hatte schon im Juni berechnet, dass allein der Ingenieurmangel die deutsche Volkswirtschaft im vergangenen Jahr mindestens 3,5 Milliarden Euro an entgangener Wertschöpfung gekostet hatte. Die Wissenschaftler gaben als Grund fehlende Begeisterung für technische Studiengänge an. Der Anteil der Ingenieure an den Hochschulabsolventen sei seit Mitte der neunziger Jahre von 24 auf 16 Prozent gesunken. Rechnerisch fehle dem deutschen Arbeitsmarkt derzeit ein kompletter Studentenjahrgang, hatte es in der Studie weiter geheißen. Vor allem Frauen wählten noch immer nur in geringer Zahl technische Studiengänge.

          Quelle: F.A.Z.

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