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Umverteilung Reiche zahlen tatsächlich mehr

08.05.2009 ·  „Die Reichen tragen schon die größere Last“, heißt es in einem FAZ.NET-Beitrag, wonach schon jetzt die obersten 20 Prozent der Steuerpflichtigen 70 Prozent der Einkommensteuer zahlen. Auf Einwände und Thesen in Leserkommentaren antwortet nun Autor Manfred Köhler.

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„Die Reichen tragen schon die größere Last“, heißt es in einem FAZ.NET-Beitrag, wonach schon jetzt die obersten 20 Prozent der Steuerpflichtigen 70 Prozent der Einkommensteuer zahlen. Der Beitrag über die Umverteilung via Einkommensteuer von oben nach unten hat eine rege Diskussion ausgelöst (Was Schäfer-Gümbel nicht sagt: Die Reichen tragen schon die größere Last). Nachdem der hessische SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel eine Anhebung des Spitzensteuersatzes angemahnt hatte mit der Begründung, wer mehr tragen könne, müsse das auch tun, war hier auf eine Statistik des Bundesfinanzministeriums hingewiesen worden, wonach schon jetzt die obersten 20 Prozent der Steuerpflichtigen 70 Prozent der Einkommensteuer zahlen.

In Kommentaren von Lesern wurde vermutet, dies beziehe sich lediglich auf die veranlagte Einkommensteuer. Diese Steuer habe aber nur geringe Bedeutung, weshalb die Rechnung wenig aussage. Tatsächlich umfasst der Begriff der Einkommensteuer in der zitierten Statistik nach Auskunft des Ministeriums aber auch die von Angestellten und Arbeitern gezahlte Lohnsteuer, weil diese steuerrechtlich Teil der Einkommensteuer ist. Alles in allem hat die so breit gefasste Abgabe 2008 zum Steueraufkommen in Deutschland immerhin drei Zehntel beigetragen.

Fragen des Lebens

Die erwähnten obersten 20 Prozent, die 70 Prozent zahlen, haben am verfügbaren Einkommen lediglich einen Anteil von 47 Prozent – danach war im Internet gefragt worden. Die Umverteilung funktioniert also tatsächlich. Weitere Leser mahnten an, das Bild wäre anders, würden weitere Abgaben wie die Mehrwertsteuer einbezogen. Das stimmt in gewisser Weise, aber auch Schäfer-Gümbel sprach ja von der Einkommensteuer. Die große Statistik, die alle Fragen des Lebens beantwortet, ist ohnedies Illusion.

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