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Hotels : Teuer übernachten oder ganz billig

Von wegen Zimmer: Für 21.000 Euro je Nacht bekommt der Gast des Hotels Falkenstein das ganze Penthouse. Ende Juni öffnet das Hotel seine Tore. Bild: Wolfgang Eilmes

Die teuerste Übernachtung im Rhein-Main-Gebiet kostet 21.000 Euro. Dafür bekommt man auch ein 500 Quadratmeter großes neues Penthouse in einem Luxushotel im Taunus. Ohne Schnickschnack möbliert sind hingegen die Zimmer in einfachen Budget-Hotels.

          Der Boden aus Eichenparkett, darauf handgewebte Teppiche. Die Sofas aus den Bielefelder Werkstätten, mit Gold beschlagene, von Hand bemalte Seidentapeten aus einer britischen Manufaktur. Die Terrasse mit einem schönen Fernblick auf die Skyline von Frankfurt und einem Whirlpool, in dem zu sitzen die Aussicht bestimmt nicht weniger spektakulär macht: Ein neues Raum-Angebot verkauft von Ende dieses Monats an das privat betriebene Kempinski-Hotel Falkenstein Grand in Königstein.

          Jacqueline Vogt

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die vierte und oberste Etage des Hotels ist zu einer Penthaus genannten, 500 Quadratmeter großen und in vier einzelne Abschnitte teilbaren Suite umgebaut worden. So unvergleichlich wie von der Anhöhe aus, auf der das Hotel steht, die Sicht auf die Ebene ist, so bemerkenswert ist der Maximalpreis für die Räume: Wollte jemand die Etage mieten, müsste er dafür 21.000 Euro je Nacht zahlen.

          Gut 20 Monate währte die Planungsphase für das Penthaus. Anfragen, dessen zentrales Element, die Mastersuite, für die diesjährige Silvesternacht zu buchen, habe es unmittelbar nach Beginn der Arbeiten gegeben, sagt ein Sprecher des Hauses, und dass ihm um den Verkauf nicht bange sei. „Unser Publikum will das.“ Vor allem Araber und Russen, aber auch Firmen, die einem exklusiven Personenkreis ebensolche Veranstaltungen bieten wollten, würden wohl Kunden im Penthaus werden.

          Ein Doppelzimmer für 70 Euro

          Szenenwechsel. Im Frankfurter Bahnhofsviertel brennt die Luft. Wo die Mainzer Landstraße das Areal der Bankentürme von dem der Bordelle und Bars trennt, schlagen Abrissbirnen ein großes Eckhaus in Trümmer. Büromenschen auf dem Weg in die Mittagspause schieben sich an Baustellenfahrzeugen vorbei durch die Staubwolken. An der Niddastraße setzen sich ein paar Junkies ihre Spritzen, die Fassade des Hauses Nummer 45 gähnt aus Fenstern ohne Vorhänge auf das Geschehen.

          Kein Schild, kein Hinweis darauf, dass hier im August ein Hotel eröffnet werden soll, das so ziemlich das Gegenteil des Kempinski in Königstein ist, aber auch eines, das einen Trend abbildet, statt den zur luxuriösen Verfeinerung den zur Vereinfachung. Das Smart Stay Hotel Frankfurt wird eines jener Klasse sein, für die sich der Begriff „Budget“ eingebürgert hat, eine Verkürzung des englischen „Low budget“.

          Ein Doppelzimmer im Smart Stay soll für weniger als 70 Euro zu buchen sein. Dass Restaurant und Zimmerservice bei solch einem Preis nicht vorgehalten werden, versteht sich, es ist offenbar auch nicht nötig. Das Segment der Budget-Hotels, in dem es wiederum zahlreiche Abstufungen gibt, wächst beständig, vor allem in Ballungsräumen und Großstädten. „Es gibt einen Riesenbedarf an billigen Übernachtungen“, sagt der Hotelberater Robert Wissmath, der mit seinem in München ansässigen Unternehmen Dicom das Phänomen seit Jahren beobachtet.

          Das veränderte Preisbewusstsein von Firmen

          Die Beliebtheit von Städtereisen und der Wunsch einer jüngeren Klientel, Lokale in den Innenstädten zu besuchen und nicht im Hotel zu essen, sei einer der Gründe dafür. Ein anderer, meint Wissmath, sei das veränderte Preisbewusstsein von Firmen, die bei Übernachtungen für Mitarbeiter sparten, noch ein anderer seien die Rendite-Erwartungen von Investoren. Kleine Zimmer in einfacher Bauweise, wenig öffentliche Fläche, keine Küche auch, deren Einrichtung schnell teurer als 250.000 Euro komme: all das spare Kosten.

          Dass Budget-Hotels, von denen es in Frankfurt mehr als zwei Dutzend verschiedener Marken von Ibis über Motel One bis B&B und Meininger gibt, ein langfristiger Erfolg am Markt zugetraut wird, macht Wissmath unter anderem daran fest, dass sie zunehmend beliebte Anlageobjekte würden. „Die Budget-Hotellerie war nie fondskompatibel“, sagt er, „das hat sich geändert.“ Ein Beispiel für schnelles Wachstum: B&B, eine Tochter der französischen Kette Groupe B&B Hôtels, 2006 mit zehn Häusern in Deutschland vertreten, in Frankfurt aktuell mit vieren, eröffnete am Montag in Schweinfurt den 65. Betrieb.

          Gegensätzliche Konzepte unterscheiden sich, beeinflussen sich aber auch. Einen Wendepunkt in der Wahrnehmung der Budget-Hotels markierte der Markteintritt von Motel One, einer Discount-Gruppe, die 1999 in München gegründet wurde. Charakteristisch für die Häuser ist die mit klassischen Designer-Möbeln bestückte Lobby, die zugleich Frühstücks- und Aufenthaltsraum ist. Ähnlich machen das heute auch manche hochwertige Hotels, jüngstes Beispiel ist das unlängst in Frankfurt eröffnete Wyndham Grand.

          Quelle: F.A.Z.

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